Razer Blade Stealth im Test: Sagen Sie niemals Gaming-Laptop zu ihm

    4. August 2018, 11:00
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    Razers Ultrabook richtet sich nicht wirklich an Gamer und kann auch nicht gänzlich als Büro-Powerhorse empfohlen werden

    Razer ist vorallem für Gaming-Peripherie bekannt und hat sich mit seinen bunten Mäusen, Tastaturen und Headsets bereits einen Namen gemacht. Mit dem Razer Blade hat der Hersteller mittlerweile auch Laptops im Angebot, die hauptsächlich aufgrund hervorragender Verarbeitung punkten. Mit dem Razer Blade Stealth versucht der US-Konzern nun auch im Ultrabook-Bereich Fuß zu fassen. Der STANDARD konnte den Laptop ein Monat lang testen.

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    Razer Blade Stealth im Trailer.

    Kein Schnäppchen

    Vorweg gleich der Hinweis, dass es sich bei dem Razer Blade Stealth um kein Schnäppchen handelt. Die Standard-Version mit i7-Prozessor (8550U), 16 Gigabyte RAM und 256 GB Speicherplatz kostet 1.500 Euro. Die teuerste Variante mit einem Terabyte Speicherplatz immerhin 2.199 Euro. Von einem Gaming-Laptop kann aufgrund der integrierten Grafikkarte nicht gesprochen werden. Razer bietet mit der externen Grafikkartenlösung Core aber gleich ein passendes Produkt für Gamer an.

    Fesches Display mit dickem Rand

    Getestet wurde jene Version mit dem 13,3 Zoll großen 2K-Bildschirm, 16 Gigabyte RAM, 512 Gigabyte Speicherplatz und der i7-CPU 8550U. Das Display mit einer Auflösung von 3.200 x 1.800 Pixel konnte im täglichen Einsatz durchaus überzeugen. Es punktet hinsichtlich der Darstellung der Farben, Schärfe und Helligkeit. Einzig der recht große Rand rund um das Display ist ein Dorn im Auge. Dell oder Huawei machen mit ihren Ultrabooks vor, was hierbei möglich wäre.

    Ordentliche Performance

    Die vier Kerne mit einem Basistakt von 1,8 GHz und einem Maximaltakt von 3,7 GHz lieferten im Test ebenso genug Leistung – auch bei ressourcenhungrigen Anwendungen wie Video-Renderings. Hinsichtlich der Kühlleistung wurde gute Arbeit geleistet. Selbst bei aufwändigeren Tasks hört man die Lüfter des Laptops kaum. Beim Internetsurfen oder Büroarbeit muss man genauer hinhören, um überhaupt noch die Lüftung wahrzunehmen. Ein Coil Whining war ebenso nicht zu vernehmen.

    Kein Gaming-Monster

    Aufgrund der integrierten Grafikkarte ist Razers Blade Stealth definitiv kein Gaming-Laptop. Bei der Grafik kommt eine Intel Graphics UHD 620 zum Einsatz. Aktuelle Titel sind nur mit niedrigen FPS-Werten selbst bei Minimaleinstellungen spielbar. Etwas ältere Games, die nicht so viel Leistung beanspruchen, sind aber durchaus spielbar. "League of Legends" und "Fortnite: Battle Royale" wurden getestet, hier erreichte erstgenanntes Spiel bei niedrigen Grafik-Einstellungen gar 60 FPS. Zugutehalten muss man Razer, dass der Hersteller den Laptop nicht per se als Gaming-Laptop bewirbt.

    Akku-Laufzeit kein Herausreißer

    Die Akkulaufzeit des Razer Blade Stealth in Ordnung, aber kein Herausreißer. Zwischen sechs und acht Stunden konnten bei der Verwendung im Büro erreicht werden. Bei Gaming und Rendering entleert sich der Akku deutlich schneller. Hier ist dann schon nach circa eineinhalb Stunden nötig, den Laptop mit Strom zu versorgen. Insgesamt liegt man hier somit deutlich unter der Ultrabook-Konkurrenz von Apple, Lenovo und Dell.

    Verarbeitung und Anschlüsse

    Zuletzt noch zu der Verarbeitung: Diese ist wie bei der restlichen Laptop-Reihe von Razer außergewöhnlich gut. Das Unibody-Gehäuse aus Aluminium fühlt sich sehr hochwertig an. Auch die Tastatur gefällt, diese erinnert hinsichtlich des Schreibgefühls und Feedbacks an die MacBook Pros vor Butterfly-Zeiten. Auch das Trackpad ist gelungen. Eingaben und Klicks werden präzise erfasst. Auf ein Leben voller Adapter muss man sich dank zwei USB-3.0-Anschlüssen und einem HDMI-2.0a-, sowie einem Thunderbolt-3-Port ebenso nicht einlassen.

    Fazit

    Ob Razer mit dem Blade Stealth genauso viel Erfolg wie mit der Blade-Reihe haben wird, ist eher unwahrscheinlich. Das Ultrabook ist aufgrund der nur zufriedenstellenden Akku-Laufzeit nicht wirklich ein Powerhorse fürs Büro und aufgrund der integrierten Grafikkarte auch kein Gaming-Monster. Es ist somit verständlich, dass Razer ihr Ultrabook gemeinsam mit der eGPU bewirbt.

    Hierdurch hat man einen schicken und gut verarbeiteten Laptop fürs Büro und einen ordentlichen Gaming-Rechner daheim. Ein Schnäppchen ist dies mit einem Mindestpreis von 2.000 Euro (Laptop + Razer Core V2) aber nicht. Für dieses Geld erhält man mit dem MacBook Pro, Huawei Matebook X Pro oder Dell XPS 13 deutlich bessere Ultrabooks und auch potentere Gaming-Laptops. (Daniel Koller, 04.08.2018)

    Hinweis im Sinne der redaktionellen Richtlinien: Das Testgerät wurde vom Hersteller für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung gestellt.

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      daniel koller/derstandard.at
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