Feministisches Magazin "Anschläge" erhält keine Förderung mehr

    29. Juli 2018, 14:47
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    Wie auch bei anderen feministischen Vereinen und Initiativen strich das Frauen- und Familienministerium das Geld

    Wien – Das Familienministerium hat vielen feministischen Organisationen für das kommende Jahr die Fördergelder gestrichen – am Sonntag wurde bekannt, dass sich auch das Magazin "Anschläge" in diese Liste einreihen muss.

    Das Monatsmagazin beleuchtet das aktuelle politische, gesellschaftliche und kulturelle geschehen aus einer feministischen Perspektive. Herausgegeben wird es vom Verein CheckArt.

    2018 ist für das Magazin ein Jubiläumsjahr. Seit 35 Jahren erscheint es mit steigenden Abozahlen, die Arbeit der Redaktion wurde auch schon mehrfach ausgezeichnet. Im Februar dieses Jahres starteten die Redakteurinnen eine Crowdfunding-Kampagne, da mögliche Kürzungen bereits Anfang des Jahres wegen Budgetstreichungen bei Frauenvereinen in Oberösterreich im Raum standen, ein weiterer Grund für die Kampagne waren die Erfahrungen während der blau-schwarzen Koalition im Jahr 2000, schon damals wurden den "Anschläge" Förderungen gekürzt.

    Andere Schwerpunkte

    Der Österreichische Frauenring hat sich wegen der aktuellen Kürzungen bereits mit einem offenen Brief an die Bundesregierung gewendet und die Kürzung im Bereich von Frauenprojekten stark kritisiert. "Rund 700.000 Euro weniger als 2017 stehen dem Ressort von Bundesministerin Juliane Bogner-Strauß zur Verfügung, zahlreiche Frauenorganisationen und -projekte sind betroffen", rechnet Klaudia Frieben, Vorsitzende des Frauenrings, vor.

    Das Familienministerium begründet die Kürzungen mit einem neuen Schwerpunkt – man wolle sich auf das Thema Gewalt gegen Frauen konzentrieren. Zeitgleich wurde aber ein Gewaltschutz-Projekt vom Innenministerium beendet. Gestrichen wurde außerdem Geld für Seminare zum Thema "Gewalt in der Familie" im Rahmen der Polizeigrundausbildung.

    Aufforderung an Familienministerin

    Die Kürzungen bedeuten für die Initiativen einen existenziellen Einschnitt in ihre Arbeitsfelder oder überhaupt das Ende. Sie fordern daher von Frauenministerin Juliane Bogner-Strauß, die Kürzungen zu überdenken und Gespräche mit den Einrichtungen zu führen. (red, 29.7.2018)

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      foto: an.schlaege
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