Ecuadors Präsident spricht mit London über Assange

    27. Juli 2018, 12:26
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    Moreno: Assange muss Botschaft möglicherweise verlassen – Wikileaks-Gründer sitzt seit Jahren in Ecuadors Botschaft fest

    Madrid – Ecuador hat mit der britischen Regierung über die Situation des Wikileaks-Gründers Julian Assange gesprochen. Das sagte Ecuadors Präsident Lenin Moreno am Freitag in Madrid. Assange sitzt seit 2012 in der ecuadorianischen Botschaft in London fest.

    Zuletzt hatte die "Sunday Times" berichtet, dass Vertreter Ecuadors und Großbritanniens über Assanges Asyl in der Botschaft berieten. Der in Australien geborene Assange werde möglicherweise die Botschaft verlassen müssen, sagte Moreno.

    Mehr als sechs Jahre in der Botschaft

    Assange lebt seit gut sechs Jahren in der Botschaft, um so einer Festnahme und Auslieferung nach Schweden wegen Vergewaltigungsvorwürfen zu entgehen. Die schwedische Justiz stellte ihre Ermittlungen zwar im Mai vergangenen Jahres ein. Die britischen Behörden erklärten aber, dass sie ihn beim Verlassen der Botschaft trotzdem festnehmen würden – weil er durch die Flucht in die Botschaft das Gesetz verletzt habe.

    Die USA machen Assange für die Veröffentlichung brisanter Dokumente aus den Kriegen in Afghanistan und dem Irak über die Wikileaks-Plattform verantwortlich. Im vergangenen US-Präsidentschaftswahlkampf veröffentlichte Wikileaks aber auch von mutmaßlich russischen Hackern gestohlene E-Mails der Demokratischen Partei und schadete damit der am Ende Donald Trump unterlegenen Kandidatin Hillary Clinton. (red, Reuters, 27.7.2018)

    • Julian Assange auf einem Balkon der Botschaft Ecuadors in London.
      foto: reuters/hall

      Julian Assange auf einem Balkon der Botschaft Ecuadors in London.

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