Kein zweites Boaty McBoatface: Namensvorschläge für Mars-Rover erbeten

    26. Juli 2018, 11:20
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    Rover soll 2021 auf dem Roten Planeten landen und im Gestein nach Spuren von Leben bohren

    foto: apa/afp/adrian dennis
    Ein Prototyp des Rovers rollt durch eine britische Versuchsanlage.

    Paris/London – Die Europäische Weltraumagentur hat gelernt: Zum einen von ihrem US-amerikanischen Pendant NASA, dass es der Popularität von Weltraummissionen hilft, wenn die Öffentlichkeit auf vielfältige Weise eingebunden wird. Und zum anderen vom britischen Natural Environment Research Council (NERC), dass es besser ist, am Ende dann doch besser Experten das letzte Wort zu überlassen.

    Vor diesem Hintergrund hat der britische Astronaut Tim Peake im Auftrag der ESA einen Aufruf veröffentlicht, Namensvorschläge für den nächsten Mars-Rover einzusenden. Das sechsrädrige Gefährt soll im Rahmen der ExoMars-Mission 2021 auf dem Roten Planeten landen und nach Spuren mikrobiellen Lebens suchen – fossiliertem oder gar heute noch existierendem. Dafür ist der Rover mit einem Bohrer ausgerüstet, der bis in zwei Meter Tiefe vordringen kann.

    Bei Namensabstimmungen kann man seit 2016 gar nicht mehr anders, als an "Boaty McBoatface" zu denken: Das war der Sieger einer Online-Abstimmung über den Namen eines neuen Forschungsschiffs des NERC. Das alberne Ergebnis sorgte international für Spott und hat sich seitdem als Mem verselbstständigt.

    2017 etwa suchte das schwedische Eisenbahnunternehmen MTR Express nach einem Namen für einen Zug – Trainy McTrainface war das Ergebnis. Und auch auf Peakes Aufruf via Twitter blieben die erwartbaren Antworten nicht aus, sei es "Marsy McMarsface" oder "Spacey McSpaceface".

    Dem NERC war das Ergebnis letztlich zu peinlich und es änderte den Namen allen Versprechungen zum Trotz auf "Sir David Attenborough". Bei der ESA und ihrem Partner Airbus will man sich die Blamage ersparen und hat schon vorab festgelegt, dass ein Experten-Panel unter den Einsendungen den Gewinner auswählen wird.

    Teilnehmen können an der Umfrage nur Menschen aus ESA-Mitgliedsstaaten (also auch aus Österreich). Dem Gewinner winkt eine Einladung auf das Airbus-Gelände nahe London. Vorschläge können hier eingereicht werden, die Frist läuft bis 10. Oktober. (jdo, 26. 7. 2018)

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