Aus für Linux: Niedersachsen wechselt zurück auf Windows

    25. Juli 2018, 08:25
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    13.000 Rechner in der Steuerverwaltung des deutschen Bundeslandes sollen zu Microsoft-Software zurückkehren

    Anfang der 2000er Jahre erlebte Linux am Desktop so etwas wie einen ersten großen Hype. Dies führte auch dazu, dass die Forderungen Rechner in der öffentlichen Verwaltung komplett auf Linux umzustellen immer lauter wurden. Selbst in Wien gab es unter dem Namen Wienux ein entsprechendes Projekt, das in den Folgejahre aber im Sande verlief. Mittlerweile scheint sich der Wind aber gedreht zu haben, so hat sich etwa mit München eines der bekanntesten Linux-Projekt in der öffentlichen Verwaltung wieder in die Arme von Microsoft begeben. Und nun folgt der nächste Streich.

    Abgang

    Die Steuerverwaltung des deutschen Bundeslandes Niedersachsen will sich komplett von Linux und freier Software verabschieden, berichtet heise.de. Insgesamt sollen dabei 13.000 Arbeitsplatzrechner auf eine aktuelle Windows-Version gewechselt werden, aller Voraussicht nach also Windows 10. Bisher kam auf den betreffenden Systemen die Linux-Distribution openSUSE zum Einsatz. Die genutzte Version wird aber mittlerweile nicht mehr supportet, was ein größeres Update samt neuen Schulungskosten zur Folge gehabt hätte.

    Mit Anlauf

    Die aktuelle Entscheidung kommt nicht mehr sonderlich überraschend, immerhin hat sich die von SPD und CDU gebildete Regierung schon in ihrem Koalitionsvertrag von 2017 auf den Linux-Ausstieg verständigt. Und doch verblüfft dieser Wechsel aus einem anderen Blickwinkel: Immerhin war die Migration der betreffenden Rechner von Windows zu Linux seit 2012 sogar von der EU-Beobachtungsstell als Vorzeigeprojekt für eine erfolgreiche "XXL-Migration" geführt worden. Das Feedback der Nutzer war nach einem einführenden Training ebenfalls sehr gut.

    Konsolidierung

    Die Landesregierung sieht in dem Schritt vor allem eine Konsolidierung der eigenen IT-Systeme, immerhin komme Windows schon an vielen anderen Stellen zum Einsatz. So hatte etwa die Landespolizei ihre eigenen 12.000 Arbeitsplatzrechner schon im Jahr 2014 wieder von Linux auf Windows remigriert. (apo, 25.7.2018)

    • Ein Bild aus Zeiten, an denen noch viele an den baldigen Siegeszug von Linux am Desktop glaubten: Dem Linuxtag 2005.
      foto: dpa/dpaweb

      Ein Bild aus Zeiten, an denen noch viele an den baldigen Siegeszug von Linux am Desktop glaubten: Dem Linuxtag 2005.

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