Femen-Mitgründerin in Paris gestorben

    24. Juli 2018, 15:21
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    Oxana Schatschko wurde tot in ihrer Wohnung aufgefunden

    Paris – Eine Mitgründerin der ukrainischen feministischen Protestgruppe Femen ist gestorben. Oxana Schatschko wurde am am Montag tot in ihrer Wohnung in Paris gefunden, wo sie als Malerin lebte, gab die Gruppe am Dienstag bekannt. Bei Schatschko wurde am Montag ein Abschiedsbrief gefunden, wie Femen-Aktivistinnen mitteilten.

    "Wir trauern gemeinsam mit ihrer Familie und ihren Freunden", schrieb Anna Guzol auf Facebook. Die Gruppe warte nun auf "die offizielle Version der Polizei" zum Tod der 31-Jährigen.

    Gründungsmitglied

    Guzol, Schatschko und zwei andere Aktivistinnen hatten Femen 2008 in der Ukraine gegründet. Nach Angaben der Gruppe war Schatschko eine von drei Femen-Mitstreiterinnen, die 2011 nach einem barbusigen Protest gegen den weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko von Sicherheitskräften entführt und misshandelt worden sein sollen. Der Gruppe zufolge übergossen die Entführer die Frauen in einem Wald mit Öl und drohten, sie in Brand zu setzen.

    Politischer Protest

    Die Gruppe gab an, Schatschko sei erneut entführt worden, als Russlands Präsident Wladimir Putin einmal zu Besuch in der Ukraine war. Nach Angaben ihres Anwalts wurde sie damals von Unbekannten krankenhausreif geschlagen.

    Schatschko verließ die Gruppe später und arbeitete bis zu ihrem Tod als Künstlerin. Seit 2013 lebte sie im französischen Exil.

    Bei ihren Protesten treten die Femen zumeist mit nacktem Oberkörper auf. Zunächst lehnten sie sich vor allem gegen Sexismus auf. Später richteten sich ihre Aktionen dann auch etwa gegen Russland Staatschef Putin oder die französische rechtspopulistische Partei Rassemblement National, die bis vor kurzem Front National hieß. (APA, red, 24.7.2018)

    Hilfe in Krisen

    Für Menschen in Krisensituationen und deren Angehörige gibt es eine Reihe von Anlaufstellen. Unter www.suizid-praevention.gv.at findet man Notrufnummern und Erste Hilfe bei Suizidgedanken.

    Telefonische Hilfe im Krisenfall gibt es auch bei:

    ● Telefonseelsorge 142, täglich, von 0 bis 24 Uhr.

    ● Kriseninterventionszentrum 01/406 95 95 (Montag bis Freitag, 10-17 Uhr); auch persönliche und E-Mail-Beratung: www.kriseninterventionszentrum.at.

    ● Sozialpsychiatrischer Notdienst / PSD Täglich, 0 bis 24 Uhr, Tel.: 01/31330

    Angehörige finden Informationen und Materialien unter www.suizidpraevention.at und www.agus-selbsthilfe.de.

    • Oxana Schatschko im Jahr 2011 in Kiew.
      foto: apa/afp/supinsky

      Oxana Schatschko im Jahr 2011 in Kiew.

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