Grüne lassen "grünaffine" Martha Bißmann abblitzen

23. Juli 2018, 16:02
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Die Parteispitze hat kein Interesse an der aus dem Pilz-Klub ausgeschlossenen Abgeordneten. In der Liste Pilz wird der Konflikt weiter hitzig und öffentlich ausgetragen

Wien – Die Frage "Wohin soll ich mich wenden" wird für die aus dem Parlamentsklub der Liste Pilz ausgeschlossene Martha Bißmann wohl noch länger unbeantwortet bleiben. Vor einigen Tagen hatte sie angedeutet, sich künftig in Richtung "Grün" orientieren, als wilde Abgeordnete verstärkt mit "grünaffinen" Gruppen und – nicht ausgeschlossen – der grünen Partei zusammenarbeiten zu wollen.

"Sie kann sich bewerben"

Es wurde bereits spekuliert, mit Bißmann hätten die aus dem Nationalrat geflogenen Grünen wieder einen direkten Draht ins Parlament. Derartige Spekulationen will die stellvertretende Grünen-Sprecherin Regina Petrik im STANDARD-Gespräch aber erst gar nicht aufkommen lassen: "Frau Bißmann ist bei uns kein Thema. Wir haben in der Partei genügend Umweltexpertinnen und -experten. Wenn sie den Wunsch hat, bei den Grünen mitzuarbeiten, kann sie sich wie jeder andere bei uns bewerben."

Derweil wird in der Liste Pilz über Bißmanns Ausschluss weiter hitzig diskutiert – und das öffentlich im STANDARD-Forum. Pilz-Abgeordnete Daniela Holzinger-Vogtenhuber hatte sich verärgert gezeigt, dass der Bißmann-Rauswurf ohne ihre Stimme erfolgt sei.

"Noll schreibt die Unwahrheit"

Parteikollege Alfred Noll entgegnet im STANDARD-Leserforum: "Ich habe angenommen: Holzinger kommt nicht, weil sie weder für Bißmann noch gegen sie stimmen wollte. Sie wusste ja, dass die Beschlussfassung über den Ausschlussantrag auf der Tagesordnung der Klubsitzung stand." Bißmann habe in dieser Sitzung, bei der Holzinger-Vogtenhuber nicht anwesend war, eine sofortige Abstimmung über den Ausschlussantrag gefordert.

Holzinger-Vogtenhuber kontert im Forum: "Was Noll über mich schreibt, ist die Unwahrheit. Ich bin durch die Sanierung meines Hauses derzeit verhindert und habe darum schriftlich ersucht, wichtige Themen zu vertagen, bis der Klub vollständig zusammentreten kann."

Daniela Holzinger-Vogtenhuber hat gegenüber dem STANDARD bestätigt, dass sie selbst die Verfasserin des Postings ist.

(Walter Müller, 23.7.20218)

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