Datenschützer: Gmail führt mit "vertraulichem Modus" in die Irre

    22. Juli 2018, 15:59
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    Die Electronic Frontier Foundation äußert ausführliche Kritik an Googles vertraulichem Modus bei Gmail

    Seit einigen Wochen erhalten immer mehr Gmail-Nutzer die Möglichkeit, einen "vertraulichen Modus" zu nutzen. Dieser ermöglicht es laut Google, E-Mails mit einem Termin für ihre Selbstzerstörung zu belegen; außerdem kann eine Zwei-Faktor-Authentifizierung für Nachrichten eingerichtet werden. Die Datenschutzorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) hat Googles Vorgehen nun kritisiert.

    Screenshots und Daten

    So bemängelt die EFF, dass Google Nutzer "in die Irre" führt. Die automatische Vernichtung von Nachrichten lasse sich etwa durch Screenshots umgehen. Die Zwei-Faktor-Authentifizierung führe wiederum dazu, dass Google womöglich ohne dessen Wissen die Telefonnummer des Empfängers erhält. Das diene wohl dazu, Googles Datenschatz aufzubessern; so die EFF.

    Rechte-Management

    Auch das Rechte-Management für E-Mails wird bemängelt. So kann der Absender festlegen, dass Mails weder weitergeleitet noch ausgedruckt werden können. Bei der Umgehung greift hier das US-Urheberrecht, kommerzielle Produkte gegen Rechte-Management können Strafen von bis zu 500.000 Dollar oder eine fünfjährige Haftstrafe nach sich ziehen. "Wir denken, dass 'Sicherheitsprodukte' sich nicht auf Gerichte, sondern Technologien wie Ende-zu-Ende-Verschlüsselung verlassen sollten", so die EFF. (red, 22.7.2018)

    • Gmails neue Funktionen führen Nutzer laut EFF in die Irre
      foto: gmail

      Gmails neue Funktionen führen Nutzer laut EFF in die Irre

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