Frauenring kritisiert Sparkurs bei Frauenprojekten

    17. Juli 2018, 13:56
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    Der Dachverband der Frauenvereine kritisiert bisherige Kürzungen und ausständige Förderungen für Frauenvereine

    Wien – Der Österreichische Frauenring richtet sich mit einem offenen Brief an die Regierung und fordert die Verantwortlichen auf, die Finanzierung von Frauenprojekten sicherzustellen. "Rund 700.000 Euro weniger als 2017 stehen dem Ressort von Bundesministerin Juliane Bogner-Strauß zur Verfügung, zahlreiche Frauenorganisationen und -projekte sind betroffen", rechnet Klaudia Frieben, Vorsitzende des Frauenrings, vor.

    Bereits bisher kaum finanzielle Mittel

    Das Frauenressort sei seit jeher unterdotiert, so Frieben, trotzdem kürze die Regierung noch weiter, sodass die Situation inzwischen für viele Organisationen existenzbedrohend sei. Einige Vereine hätten zudem Mitte Juli noch immer keinen Förderbescheid bekommen und müssten Personalkosten seit Anfang Jänner vorfinanzieren. "Das ist eine unerträgliche Situation", so Frieben.

    Die Frauenberatungsstellen und Frauenprojekte leisteten mit "geringen öffentlichen Mitteln seit Jahren und Jahrzehnten unverzichtbare Arbeit für unsere Gesellschaft", heißt es in dem offenen Brief. "Dennoch lassen Sie es zu, dass Frauenorganisationen und Frauenprojekten die bisherigen bewilligten und angesuchten Förderungen gestrichen oder gekürzt werden." Der Brief richtet sich unter anderem an Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), Vizekanzler Heinz-Christian (FPÖ) und Frauen- und Familienministerin Bogner-Strauß (ÖVP).

    Für Frauen und Mädchen ändert sich wenig

    Die Regierung lasse es auch zu, dass die Mittel für Familienberatungsstellen um 4,2 Prozent gekürzt werden, heißt es in dem offenen Brief. Der Frauenring, der selbst ebenfalls von einer Kürzung um 8.000 Euro betroffen ist, fordert deshalb, die beantragten Gelder der Frauenvereine und -organisationen unverzüglich auszuzahlen und die Einrichtungen rechtlich und finanziell abzusichern.

    "Österreich kommt bei der Gleichstellung von Frauen und Männern seit Jahren im internationalen Vergleich nicht vom Fleck", sagt Frieben. Organisationen die Mittel zu streichen, die für ein selbstbestimmtes Leben von Mädchen und Frauen einen entscheidenden Beitrag leisten, sei politisch unverantwortlich. (beaha, 17.7.2018)

    • Bei Frauenprojekten sparen ist ein Fehltritt, ist der ÖFR überzeugt.
      foto: ap/luis hidalgo

      Bei Frauenprojekten sparen ist ein Fehltritt, ist der ÖFR überzeugt.

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