Vergoldete Mumienmaske und viele weitere Objekte in Sakkara entdeckt

    16. Juli 2018, 09:00
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    Das letzte vergleichbare Artefakt wurde laut Archäologen 1939 gefunden

    foto: ap photo/amr nabil
    Ägyptologen sprechen von einem sensationellen Fund.

    Tübingen – Ein überaus seltener Fund ist Ägyptologen der Universität Tübingen bei Ausgrabungen in der ägyptischen Nekropole Sakkara gelungen: Eine silberne und zum Teil vergoldete Mumienmaske ist das Prunkstück der jüngsten Grabungskampagne, die aber noch zahlreiche weitere Objekte zutage brachte.

    Die Forscher sprechen von einer Sensation: "Nur sehr wenige Masken aus Edelmetall haben sich bis heute erhalten, weil die Mehrzahl der Gräber altägyptischer Würdenträger schon in der Antike geplündert wurden", sagte Ramadan Badry Hussein, Grabungsleiter des deutsch-ägyptischen Teams. Bisher seien nur zwei weitere ähnliche Funde einer altägyptischen Totenmaske aus Privatgräbern bekannt – zuletzt habe es 1939 einen ähnlichen Fund gegeben.

    foto: apa/afp/khaled desouki
    Die Gräber und die Mumienwerkstatt enthielten zahlreiche Artefakte.

    Die Maske hatte auf dem Gesicht einer Mumie gelegen, die in einem beschädigten Holzsarg entdeckt wurde. Verzierungen an dem Sarg deuten laut den Forschern darauf hin, dass es sich bei der Mumie um einen Priester der ägyptischen Göttinnen Mut und Niut-schi-es handeln könne.

    Die Maske dürfte der 26. Dynastie aus dem 7. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung zuzuordnen sein, als das ägyptische Reich unter der saitischen Dynastie – benannt nach der Stadt Sais im westlichen Nildelta – noch einmal zu alter Stärke zurückfand. Auf sie folgte die Eroberung durch die Perser.

    foto: reuters/mohamed abd el ghany
    Kanopen dienten der Aufbewahrung der Eingeweide, die man den mumifizierten Toten entnommen hatte

    Die Tübinger Ägyptologen untersuchen den Grabkomplex in Sakkara seit 2016 mit einer Kombination von Laserscanning und bildbasierten 3D-Verfahren. Dabei stießen sie unter anderem auf die Reste eines rechteckigen Gebäudes aus Lehmziegeln und Kalksteinblöcken, das eine Werkstatt zum Einbalsamieren der Toten gewesen sein dürfte.

    Das Gebäude enthielt zwei große Becken zur Verarbeitung von Natron für die Trocknung der Körper sowie eine Reihe von Gefäßen. Diese sind mit den Namen von Ölen und Substanzen beschriftet, die für die Mumifizierung notwendig waren.

    foto: apa/afp/khaled desouki
    Uschebtis sollten den ehrenwerten Toten im Jenseits als Arbeiter dienen.

    Außerdem stießen die Forscher auf eine ganze Reihe von bisher unberührten Grabkammern, die neben Mumien und Sarkophagen eine Vielzahl von Objekten enthielten: unter anderem ganze Sätze von leuchtend blauen Uschebtis (Statuetten in Mumienform) sowie Kanopen, also jenen Alabaster-Gefäßen, in denen die Organe der einbalsamierten Toten separat aufbewahrt wurden. (red, 16. 7. 2018)

    foto: apa/afp/khaled desouki
    Von Grabräubern unentdeckt geblieben, enthielten die Gräber noch die volle Ausstattung.
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