Nach Kommentar zur Flüchtlingsrettung: "Zeit" bedauert "falschen Eindruck"

    13. Juli 2018, 15:46
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    Ein Pro und Kontra zur Frage, ob "private Seenotrettung" legitim war, löste eine Welle der Kritik aus. Die Chefredaktion reagiert mit einer Stellungnahme

    In ihrer aktuellen Ausgabe ließ die deutsche Wochenzeitung "Zeit" ihre Autoren Pro- und Kontra-Texte zum Thema Seenotrettung durch "private Helfer" verfassen. Als Aufmacher der Seite ist ein Foto von Flüchtlingen in Rettungswesten zu sehen und die Frage "Oder soll man es lassen?".

    Nach starker Kritik in sozialen Medien und wohl auch direkt in Form von Leserbeschwerden an die Chefredaktion bedauert die Redaktion im hauseigenen Blog, dass sich Leser "in ihrem ethischen Empfinden verletzt" gefühlt haben. Die Mitglieder der Chefredaktion, Sabine Rückert und Bernd Ulrich, räumen ein, dass "Soll man es lassen?" suggeriert, man wolle Seenotrettung generell infrage stelle. Zu der Kritik, dass ein Kontra zum Thema private Seenotrettung als nicht "diskussionswürdig" erachtet wird, sagt die "Zeit": "Dazu allerdings stehen wir – weil diese Debatte eine in Europa und auch in Deutschland sehr relevante Streitfrage ist."

    Auf Twitter räumte Bernd Ulrich ein, dass die Überschrift sein eigener Fehler war.

    Kritiker, die vor allem auf Twitter sehr laut waren, nannte Bernd Ulrich weniger versöhnlich "flüchtlingsfreundliche Gemeinde".

    Den Höhepunkt der hitzigen Debatte lieferte "Titanic"-Autore Tim Wolff, der mit einem Satire-Tweet zum Thema provozierte: "'Zeit'-Mitarbeiter auf offener Straße erschießen?" lautet seine "Umfrage".

    (red, 13.7.2018)

    • Der Titel der Kommentarseite in der aktuellem Ausgabe der "Zeit".
      foto: zeit/digital

      Der Titel der Kommentarseite in der aktuellem Ausgabe der "Zeit".

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