Baumwanze, Tigermücke & Co: Sieben eingeschleppte Arten im Porträt

Ansichtssache14. Juli 2018, 08:00
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Manche der Zuzügler sind harmlos, andere eine Gefahr für die heimische Artenvielfalt

Sie können Krankheiten übertragen, heimische Arten verdrängen, Schäden in Land- und Forstwirtschaft verursachen oder einfach lästig sein: Neozoen sind Tiere, die unter direkter oder indirekter Mithilfe des Menschen in ein Gebiet gelangten, in dem sie ursprünglich nicht heimisch waren. In Österreich gibt es derzeit rund 650 Neozoen. Knapp 50 davon gelten als naturschutzfachlich bedenklich, etwa 150 Neozoen haben negative wirtschaftliche Folgen. Allerdings sind die Auswirkungen vieler neuer Arten noch nicht ausreichend erforscht. Andere haben sich schon stark bemerkbar gemacht – wie diese sieben kleinen Zuzügler.

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foto: getty images / istockphoto / gordzam

Asiatische Tigermücke: Gestreifte Gesundheitsgefahr

Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) stammt aus Süd- und Südostasien. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gelangten ihre Eier in gebrauchten Autoreifen unbemerkt nach Europa. 1979 wurde sie aus China nach Albanien eingeschleppt, 1990 aus den USA nach Italien. Von dort breitete sie sich in Süd- und Mitteleuropa aus und hat mittlerweile auch Österreich erreicht: 2012 wurde sie in der Südsteiermark nachgewiesen.

Seinen Namen hat das Insekt von den weiß-schwarzen Streifen, die sich auch auf den Beinen fortsetzen. Allerdings haben auch manche einheimischen Stechmücken gestreifte Beine. Die Tigermücke saugt Blut an Menschen und diversen Tieren. Dabei kann sie Chikungunya- und Dengue-Fieber sowie Dirofilarien, parasitische Fadenwürmer, übertragen. Außerdem steht sie im Verdacht, das Zika-Virus zu verbreiten. Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages) führt deshalb seit 2011 in Kooperation mit der Veterinärmedizinischen Universität Wien ein Gelsen-Monitoring durch. Dabei werden an 37 Standorten in ganz Österreich Stechmücken gesammelt und auf bestimmte Erreger untersucht. Vorläufig tritt die Art in Österreich allerdings nur vereinzelt auf (am häufigsten entlang der Inntal-Autobahn in Tirol), und die Gefahr, von ihr gestochen zu werden, ist entsprechend gering.

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