Tod verstößt gegen AGB: Paypal schockiert mit Brief an Witwer

    13. Juli 2018, 09:57
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    Brite bekam nach Ableben seiner Frau vom Bezahldienst eine höchst unsensible Nachricht

    Nachdem die Britin Lindsay Durdle im Mai im Alter von nur 37 Jahren an Krebs verstorben war, kümmerte sich ihr Mann um ihre verbleibenden Online-Accounts, die allesamt noch aktiv waren. Einer davon war der Bezahldienst Paypal. Der Witwer informierte das Portal mit einer Kopie der Todesbescheinigung, ihrem letzten Willen und einem Ausweis – so wie es Paypal verlangt.

    "Dieser Verstoß kann nicht behoben werden"

    Nach ein paar Tagen kam die Antwort per Brief, gerichtet an die verstorbene Lindsay Durdle. Der Brief kam mit dem Hinweis, dass man diese Nachricht aufmerksam lesen sollte. "Sie haben gegen Bedingung 15.4 (c) der Vereinbarung mit Paypal Credit verstoßen, da wir eine Mitteilung erhalten haben, dass Sie verstorben sind. Dieser Verstoß kann nicht behoben werden", war in dem Brief zu lesen.

    foto: howard durdle
    Diesen Brief bekam der Witwer zugeschickt, adressiert an seine verstorbene Frau.

    Rechnungen waren noch offen

    Tatsächlich hatte die Frau noch Rechnungen in der Höhe von 3.200 Pfund offen. Über die Formulierung des Briefs schockiert, wendete sich der Mann der verstorbenen Britin an die britische BBC. Erst dann entschuldigte sich das Unternehmen und sagte, dass man nachrecherchieren werde, was es mit der Nachricht auf sich hat. "Wir entschuldigen uns bei Mr. Durdle für diesen Brief", sagte ein Paypal-Sprecher gegenüber dem Medium. Der ausstehende Betrag wurde unterdessen ruhend gelegt.

    Bug, Template oder menschlicher Fehler

    Gegenüber Howard Durdle hatte der Kundendienst nach einer Beschwerde noch gesagt, dass es sich dabei entweder um einen Bug, ein schlechtes Template oder einen menschlichen Fehler handelt. Weitere Infos wurden dem Witwer aber nicht gegeben – erst als die BBC über den Fall berichtete, wurde eine gänzliche Aufklärung angekündigt.

    "Kann Menschen komplett aus der Bahn werfen"

    "Prinzipiell bin ich mit mir selbst im Reinen. Ich habe aber schon erlebt, dass Briefe wie solche Menschen komplett aus der Bahn werfen. Ich mache da jetzt nur eine große Sache draus, um sicherzustellen, dass Unternehmen wie Paypal merken, was für einen Schaden solche unsensible Nachrichten anrichten können", sagte der Witwer zuletzt gegenüber der BBC. (red, 13.7.2018)

    • Mit einem unsensiblen Brief hat sich Paypal in die Nesseln gesetzt. Laut dem Service verstößt der eigene Tod nämlich gegen die AGBs.
      foto: reuters/cohen

      Mit einem unsensiblen Brief hat sich Paypal in die Nesseln gesetzt. Laut dem Service verstößt der eigene Tod nämlich gegen die AGBs.

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