Salzburger müssen auf Pflegekräfte warten

    12. Juli 2018, 17:27
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    Personal händeringend gesucht. Bedarf an Hauskrankenpflege kann nicht gedeckt werden

    Salzburg – Das Land Salzburg kann den Bedarf an Haushaltshilfe und Hauskrankenpflege nicht mehr decken. Es fehlen die Pflegekräfte. "Die Situation ist, dass Menschen warten müssen, bis sie eine Pflegerin bekommen, weil Personal fehlt", sagt Andreas Eichhorn, Leiter der Sozialabteilung.

    Im Vorjahr hätten die Träger erstmals darauf hingewiesen. "Die Situation wird immer dramatischer. Menschen können nicht mehr so leicht zu Hause gepflegt werden", sagt der Salzburger Soziallandesrat Heinrich Schellhorn (Grüne). "Der Pflegeberuf hat momentan ein Imageproblem, das müssen wir dringend gemeinsam lösen."

    Ein Hebel sei das Gehalt. In den Seniorenhäusern der Gemeinden, die etwa 80 Prozent ausmachen, gelte der Gemeindekollektivvertrag. "Das Gehalt ist nicht so schlecht, wie es immer dargestellt wird", sagt Schellhorn.

    Arbeitskampf abgewendet

    Bei den privaten Trägern und in der mobilen Pflege gelte der Sozialwirtschaftskollektivvertrag. Bei den Verhandlungen konnte eine Einigung auf eine Gehaltserhöhung um 2,5 Prozent erzielt und so eine Verschärfung des Arbeitskampfes abgewendet werden. Aber auch die Träger seien gefordert, am Arbeitsklima zu arbeiten, sagt der Soziallandesrat. "Ausbildungsplätze für Pflegekräfte gibt es genug, doch immer weniger junge Menschen, die das machen wollen", sagt der Landeshauptmannstellvertreter.

    Schellhorn ärgert, dass ausgebildete Pflegekräfte abgeschoben werden oder gezwungen sind, das Land zu verlassen. "Das ist an Absurdität nicht zu überbieten. Dass wir junge Leute, die wir dringend brauchen, zurück in ein Land schicken, wo sie keine Perspektive haben", sagt der Landeshauptmannstellvertreter.

    Im Vorjahr haben 26.000 Menschen in Salzburg Pflegegeld bezogen. 4.915 Menschen leben in Seniorenwohnhäusern, 4.441 Personen bezogen Hauskrankenpflege, und 794 betagte Salzburger besuchten Tageszentren. Um den Entfall der Einnahmen durch die Abschaffung des Pflegeregresses abzufedern, hat das Land die Tarife für die Seniorenwohnhäuser angehoben. Der Tagsatz wird um 4,30 Euro erhöht. (Stefanie Ruep, 12.7.2018)

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