Ukraine fordert erneut Stopp von Nordstream 2

    12. Juli 2018, 09:03
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    Präsident Poroschenko warnt vor einer inakzeptablen geopolitischen Einmischung Russlands

    Brüssel – Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat den Stopp der Ostsee-Gasleitung Nordstream 2 gefordert, die russisches Gas unter Umgehung seines Landes nach Deutschland transportieren soll. "Nordstream 2 ist kein Wirtschaftsprojekt, es ist absolut politisch motiviert", kritisierte er am Donnerstag am zweiten Tag des Nato-Gipfels in Brüssel. Es handle sich um eine geopolitische Einmischung Russlands und sei völlig inakzeptabel. Westeuropa könne stattdessen das ukrainische Pipeline-System nutzen, dort sei deutlich mehr Kapazität frei, als Nordstream 2 transportieren könne. "Ich drücke die Daumen, dass wir Nordstream 2 gemeinsam stoppen können", erklärte Poroschenko.

    Zuvor hatte die US-Regierung ihre Sanktionsdrohungen gegen an Nordstream 2 beteiligte Unternehmen bekräftigt. US-Präsident Donald Trump hatte Deutschland auf dem Nato-Gipfel als "Gefangenen" Russlands kritisiert, weil die Bundesrepublik einen großen Teil ihres Energiebedarfes über russische Quellen decke. Am Donnerstagmorgen bekräftigte er seine Kritik. "Pipeline-Dollars für Russland sind nicht hinnehmbar", erklärte er auf Twitter.

    Durch die Ostsee verläuft bereits die Pipeline Nordstream 1, die Erdgas unter Umgehung von Ländern wie der Ukraine oder Polen direkt nach Deutschland bringt. Mit Nordstream 2 soll die Kapazität verdoppelt werden. In das neue Projekt haben fünf westliche Firmen Geld investiert: Die BASF-Tochter Wintershall, die Eon-Abspaltung Uniper, OMV aus Österreich, der britisch-niederländische Konzern Royal Dutch Shell sowie das französische Unternehmen Engie. (APA, 12.07.2018)

    • "Nordstream 2 ist kein Wirtschaftsprojekt, es ist absolut politisch motiviert", sagt der ukrainische Präsident Petro Poroschenko.
      foto: apa/dpa/matthias balk

      "Nordstream 2 ist kein Wirtschaftsprojekt, es ist absolut politisch motiviert", sagt der ukrainische Präsident Petro Poroschenko.

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