Zwölf Jahre Haft für Journalisten in Tadschikistan

    11. Juli 2018, 17:35
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    Wegen angeblicher Unterschlagung – Negative Auswirkungen auf Pressefreiheit

    Duschanbe – In der autoritär geführten Ex-Sowjetrepublik Tadschikistan ist ein unabhängiger Journalist wegen angeblicher Unterschlagung zu zwölf Jahren strenger Lagerhaft verurteilt worden. Die Botschaften Deutschlands, Frankreichs und anderer westlicher Länder kritisierten das Urteil am Mittwoch öffentlich. "Der Richterspruch wirkt sich negativ auf die Presse- und Meinungsfreiheit in Tadschikistan aus", hieß es in einer Erklärung in Duschanbe, Hauptstadt des zentralasiatischen Landes.

    Der Prozess gegen Chairullo Mirsaidow fand in der Stadt Chudschand im Norden von Tadschikistan statt. Es ging dabei um technische Ausrüstung für eine Satire-TV-Show im Wert von umgerechnet 11.000 Euro, wie örtliche Medien berichteten. Menschenrechtler nannten den Fall indes konstruiert und politisch motiviert: Mirsaidow habe Fälle von Korruption öffentlich gemacht. Der Journalist arbeitete für verschiedene Medien, früher auch für die Deutsche Welle. In dem armen Gebirgsstaat Tadschikistan an der Grenze zu Afghanistan regiert Präsident Emomali Rachmon seit 1994 mit autoritären Methoden. (APA/dpa, 11.7.2018)

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