Geplänkel zwischen Athen und Moskau wegen Mazedonien

    11. Juli 2018, 11:09
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    Griechenland wirft Russland vor, eine Lösung im Namensstreit um Mazedonien torpediert zu haben

    Athen/Moskau – Griechenland will einem Zeitungsbericht zufolge zwei russische Diplomaten ausweisen, weil sie die Beilegung des Namensstreits mit Mazedonien zu verhindern versucht haben sollen. Die griechische Regierung betrachte die Aktivitäten der Russen als unvereinbar mit ihrem Status, berichtete die Zeitung "Kathimerini" am Mittwoch unter Berufung auf Diplomaten.

    Zwei weiteren russischen Diplomaten werde die Einreise in Griechenland verwehrt. Der griechische Regierungssprecher Dimitris Tzanakopoulos sagte dem Sender "Skai TV", sein Land werde kein Verhalten tolerieren, das internationales Recht breche.

    Die Regierung werde alle notwendigen Maßnahmen treffen, antwortete Tzanakopoulos auf eine Frage nach dem Inhalt des Zeitungsberichts. Die russische Nachrichtenagentur RIA zitierte einen Abgeordneten des Parlaments in Moskau, wonach Russland auf die Ausweisung reagieren und zwei griechische Diplomaten des Landes verweisen werde.

    Jahrzehntelanger Streit beigelegt

    Griechenland und Mazedonien hatten vorigen Monat den jahrzehntelangen Streit über den Namen der ehemaligen jugoslawischen Teilrepublik beigelegt. Die Republik Mazedonien soll künftig Republik Nordmazedonien heißen. Athen stieß sich am bisherigen Namen mit Blick auf die eigene Region Makedonien in Griechenland.

    Das Abkommen sieht auch vor, dass Griechenland seinen langjährigen Widerstand gegen eine Aufnahme des Nachbarn in die EU und die NATO aufgibt. In der strategisch wichtigen Westbalkan-Region ringen sowohl die EU und die NATO als auch Russland um Einfluss. In Brüssel tagen am Mittwoch und Donnerstag die Staats- und Regierungschefs der NATO-Länder, zu denen auch Griechenland gehört. Mazedonien soll dabei die Einladung zum NATO-Beitritt erhalten. (APA, 11.7.2018)

    • Regierungssprecher Dimitris Tzanakopoulos (rechts) möchte kein Verhalten tolerieren, das internationales Recht breche. Alexis Tsipras (links) hatte im Juni mit Mazedonien einen jahrelangen Namensstreit beigelegt.
      foto: ap/lefteris pitarakis

      Regierungssprecher Dimitris Tzanakopoulos (rechts) möchte kein Verhalten tolerieren, das internationales Recht breche. Alexis Tsipras (links) hatte im Juni mit Mazedonien einen jahrelangen Namensstreit beigelegt.

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