Flugchaos: Billig heißt nicht rechtlos

Kommentar10. Juli 2018, 17:45
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Die Kunden haben ein Recht auf ein ordentliches Produkt, auch wenn es billig ist

Um einen Cent bekommt man heute kein Eisstanitzel mehr, von einem sündigen Kugerl Vanille obendrauf gar nicht zu reden. Einen Flug nach London oder in den sonnigen Süden gibt es hingegen mit einigem Glück um einen Cent sehr wohl, Markt und Wettbewerb sei Dank. Doch das hat auch seinen Preis. Viele Airlines kalkulieren ihre Angebote so knapp, dass aus dem erhofften Reisevergnügen immer öfter ein Desaster wird. Verspätete oder gestrichene Flüge, Übernachtungen am Flughafen, mühsam organisierte Rückreisen: Erholung sieht anders aus.

"Auch der Himmel stößt mal an seine Grenzen", entschuldigte sich die deutsche Luftverkehrswirtschaft jüngst in ganzseitigen Zeitungsanzeigen. Sie findet eine Menge Gründe dafür, dass nicht alles reibungslos läuft. Schlechte Wetterbedingungen wie Kälteeinbrüche und starker Wind, Wartungsarbeiten, Engpässe bei der Flugsicherung und bei der Infrastruktur, zu wenig Personal, immer mehr Flüge, Arbeitskämpfe wie jetzt bei der AUA – geschenkt.

Die Kunden haben ein Recht auf ein ordentliches Produkt, auch wenn es billig ist. Dazu gehört beim Fliegen, dass Entschädigungen anstandslos gezahlt werden und Fluggäste bei Störungen entsprechend informiert und versorgt werden. Das hat sich noch nicht bei allen Airlines herumgesprochen. Da bleibt nur eines: sich gut informieren und hartnäckig auf seinem Recht bestehen. Das ist mit Arbeit verbunden – und im Preis nicht inbegriffen. (Regina Bruckner, 10.7.2018)

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