Linzer Start-up Blockpit will mit App die Steuererklärung für Krypto-Trader vereinfachen

    11. Juli 2018, 15:55
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    Der STANDARD sprach mit dem Gründer Florian Wimmer über die Geschäftsidee von Blockpit

    Blockpit entwickelte 2017 ein Online-Tool mit dem Händler von Kryptowährungen eine automatisierte Übersicht über zu versteuernde Gewinne aus ihren Transaktionen erhalten. Laut dem Gründer und CEO von Blockpit Florian Wimmer entstand die Idee für das Start-up aus einer Not heraus. Komplexe Gesetze und unzählige Transaktionen auf verschiedenen Börsen würden Krypto-Trader bei der Steuererklärung zur Verzweiflung bringen, so Wimmer. Er betont, dass Gewinne aus Kryptowährungen in den meisten Ländern steuerpflichtig sind und dies einen guten Überblick über die diversen Transaktionen erfordere.

    blockpit.io
    Blockpit möchte mit Hilfe eines Online-Tools seinen Nutzern eine besser Übersicht über ihre Krypto-Transaktionen bieten.

    Der durchschnittliche Nutzer sei jedoch nur unzureichend über die Steuerpflichten informiert und verfügt meist über keine vollständige Auflistung seiner Transaktionen, die man für eine Steuererklärung benötige, so der Jungunternehmer. Gegenüber dem STANDARD erläutert er: "Wer hunderte bis tausende Transaktionen über zahlreiche Exchange-Plattformen und Wallets hinweg tätigt, verliert schnell die Übersicht. Mir war es irgendwann nicht mehr möglich, alles schlüssig nachzuvollziehen."

    App für automatisierte Steuererklärung

    Gemeinsam mit Mathias Maier, CTO von Blockpit, entwickelte Wimmer eine App, die alle Krypto-Transaktionen automatisiert und übersichtlich in Echtzeit darstellt. Wie Wimmer dem STANDARD erklärt, liefert die Anwendung zudem ein zusätzliches Feature: Nutzer können mit Hilfe des Tools von Blockpit einen automatisierten Bericht für ihre Steuererklärung erstellen. Zudem bietet Blockpit in der App die zusätzliche Option an, dass Nutzer ihren Bericht an einen lizenzierten Steuerberater schicken. Laut Blockpit verfolge man damit das Ziel, dass Nutzer mit nur einem Mausklick ihr Risiko hinsichtlich einer "ungewollten" Steuerhinterziehung minimieren können. Der Handel von Kryptowährungen ist nämlich ein steuerrechtliches Ereignis und Strafen für Steuerhinterziehung können bis zu zehn Jahre lang rückwirkend gemacht werden, so der Blockpit-Gründer gegenüber dem STANDARD.

    foto: blockbit
    Derzeit steht den Nutzern eine Beta-Version der Blockpit-App zur Verfügung

    Beta-Version der App

    Momentan steht den Nutzern auf der Plattform eine offene Beta-Version zur Verfügung. Zugriff erhält man über die Website von Blockpit. Bevor man die App nutzen kann, muss man sich via Telegram-ID für die Beta-Version registrieren. Derzeit nutzen rund 2200 Krypto-Trader die Plattform von Blockpit. Als vorwiegende Zielgruppe nennt Wimmer insbesondere Privatanleger. Geht es nach dem Gründer soll die App Anfang 2019 als Vollversion am Markt erscheinen.

    Finanzierung von Blockpit

    Derzeit können Krypto-Trader die Blockpit-App kostenlos nutzen. Die weitere Finanzierung des Linzer Start-ups soll mit Hilfe eines Tokensale in der Höhe von 12,5 Millionen Euro erfolgen. Ziel dabei sei es, das Online-Tool weiter auszubauen und sich rasch am europäischen Markt zu positionieren, so Wimmer. "Unser Ziel ist es, als erstes Unternehmen einen europäischen Standard für Steuerberichte rund um Kryptowährungen zu setzen", so Wimmer. Forbes wählte den 28-jährigen Jungunternehmer unlängst zu den "Top 30 under 30" in Österreich.

    • Das Start-up aus Linz wurde im September 2017 gegründet und verfügt derzeit über 17 Mitarbeiter
      foto: blockbit

      Das Start-up aus Linz wurde im September 2017 gegründet und verfügt derzeit über 17 Mitarbeiter

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