KV-Abschluss bei AUA vorerst geplatzt, Ende Juli drohen Flugausfälle

    10. Juli 2018, 15:20
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    Der Vertragstext hätte bereits im Juni unterschrieben werden sollen. Für Ende Juli sind nun Betriebsversammlungen geplant

    Wien/Schwechat – Just in der Hauptreisezeit drohen bei der Lufthansa-Tochter Austrian Airlines erneut Flugausfälle. Grund ist der Konflikt um einen neuen Kollektivvertrag für die über 4.000 Flugbegleiter und Piloten, der neu entflammt ist. Beide Seiten werfen einander vor, eine Grundsatzeinigung nachverhandeln zu wollen. Die Gewerkschaft drohte am Dienstag mit Betriebsversammlungen Ende Juli.

    Nach der Einigung auf das Eckpunktepapier hätte der fertig ausformulierte Vertragstext eigentlich am 18. Juni unterschrieben werden sollen. Stattdessen seien vom Unternehmen neue Forderungen auf den Tisch gelegt worden, kritisiert der Bordbetriebsrat der AUA.

    "Diese Vorgehensweise ist zutiefst irritierend", sagt Belegschaftsvertreter und Vida-Gewerkschafter Johannes Schwarcz. Er wirft der AUA-Führung vor, sich zu weigern, zu dem Anfang Mai abgesegneten Eckpunktepapier zu stehen.

    Vida vermutet unlautere Motive hinter AUA-Zusage

    Schwarcz vermutet, dass die Zusage der AUA zum Eckpunktepapier nur einen Grund hatte: "Das Unternehmen wollte offenbar sicherstellen, dass die 60-Jahr-Feier der AUA planlos und ohne Störungen über die Bühne gehen kann. Das hat man erreicht. Dass die Beschäftigten weiter ohne Kollektivvertrag dastehen, interessiert die Austrian-Airlines-Verhandlungsführer Jens Ritter und Natalie Rau offenbar herzlich wenig."

    Dem trat AUA-Sprecher Peter Thier entgegen: "Für uns ist der Abbruch der Nachverhandlungen völlig unverständlich und nicht nachvollziehbar. Wir sind jederzeit unterschriftsbereit und stehen zur Vereinbarung." Bei der Ausformulierung des Kollektivvertrags sei zuletzt nur noch ein Detailpunkt offen gewesen, nämlich die Mehrleistungsfaktorisierung bei Teilzeitpiloten.

    Versammlungen für Ende Juli geplant

    Die KV-Verhandlungen hatten bereits im Frühjahr für Flugausfälle gesorgt, diese drohen nun erneut. "Sollte nicht umgehend eine Lösung auf dem Tisch liegen, dann werden wir das Personal im Sommer im Rahmen von Betriebsversammlungen umfassend informieren", hielten die Betriebsräte fest. Die Versammlungen sind für Ende Juli geplant.

    Ende März hatte eine Betriebsversammlung, die eine halbe Stunde lang in einen Warnstreik mündete, 40 Prozent der AUA-Flüge stranden lassen. (APA, 10.7.2018)

    • Maschinen der AUA könnten in der Hauptreisezeit am Boden bleiben.
      foto: reuters

      Maschinen der AUA könnten in der Hauptreisezeit am Boden bleiben.

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