UPC-Übernahme: Mit sinkenden Tarifen ist nicht zu rechnen

Kommentar10. Juli 2018, 12:38
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Wer beim Rennen um 5G die Nase vorn hat, hat viel zu gewinnen

Der Mobilfunker T-Mobile hat tief in seine Taschen gegriffen, um den Breitbandanbieter UPC zu übernehmen. Stolze 1,9 Milliarden Euro beträgt der Kaufpreis. Eine Summe, die in der Branche als "maßlos überteuert" kommentiert wird. Aber damit hat sich T-Mobile im Rennen um die kommende Mobilfunktechnologie 5G eine gute Position erkauft – das Unternehmen verfügt nun über das schnelle Glasfasernetz von UPC.

Rennen um 5G

Wer beim Rennen um 5G die Nase vorn hat, hat viel zu gewinnen. Es ist die Schlüsseltechnologie für Anwendungen wie autonomes Fahren oder die Vernetzung von Fabriken (Industrie 4.0) in Echtzeit. 5G wird weiters private Festnetzanschlüsse endgültig obsolet machen. Und Konsumenten dürfen sich zu Hause über wirklich schnelles Internet freuen. Allerdings werden die im internationalen Vergleich sehr hohen Preise für Breitbandinternet in Österreich nicht sinken. Es ist sogar zu befürchten, dass die Preise steigen werden. T-Mobile muss ja seine Ausgaben wieder hereinholen.

Wie der Mobilfunkmarkt hierzulande funktioniert, zeigte sich anschaulich in den letzten Jahren: Weniger Anbieter bedeuten weniger Wettbewerb. Nachdem die 2012 erfolgte Übernahme von Orange durch seinen Konkurrenten "3" in trockenen Tüchern war, verteuerten sich einige Handytarife um bis zu 90 Prozent. Dass die EU-Kommission diese Erfahrungen bei der Genehmigung der Übernahme von UPC nicht berücksichtigt hat, ist ein Fehler. Denn Auflagen hätten Wettbewerb garantieren können. (Markus Sulzbacher, 10.7.2018)

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