Schuss auf Journalistin – Montenegros Ermittler tappen im Dunkeln

    10. Juli 2018, 09:29
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    Der Fall der Enthüllungsjournalistin Olivera Lakić ist der jüngste in einer ganzen Reihe massiver Angriffe auf Journalisten

    Podgorica – Zwei Monate nach dem Angriff auf eine bekannte montenegrinische Enthüllungsjournalistin tappen die Ermittler weiterhin im Dunkeln. Wie das Internetportal der Tageszeitung "Vijesti" am Montag berichtete, hätten die Polizei, Staatsanwaltschaft und die Sicherheitsdienste "keine Ahnung", wer auf Olivera Lakić geschossen hat.

    Die 49-jährige Journalistin war am 8. Mai vor ihrem Wohnhaus in Podgorica von einem unbekannten Angreifer angeschossen und mit einer Wunde im Unterschenkel ins Krankenhaus eingeliefert worden.

    Lakić, die sich mit dem Zigarettenschmuggel und organisierter Kriminalität befasst, ist vor sechs Jahren schon einmal angegriffen worden. Damals war sie mit einem Schlag auf den Kopf davongekommen.

    Berichte über Korruptionsaffären

    Die Journalistin könnte mit ihren Ermittlungen möglicherweise höchsten Kreisen in die Quere gekommen sein. So wurde der Name des jetzigen Staatspräsidenten und früheren Langzeitpremiers Milo Djukanović und die seiner Verwandten und Freunde im Land seit Jahren mit etlichen Korruptionsaffären und der organisierten Kriminalität wie etwa dem Zigarettenschmuggel der Neunzigerjahre in Verbindung gebracht.

    Angriffe auf Journalisten

    Seit 2004, als Duško Jovanović, Redakteur der Tageszeitung "Dan", ermordet wurde, wurden in Montenegro 76 Angriffe auf Journalisten registriert. Aufgeklärt wurde bisher nur eine Handvoll.

    Mihailo Jovović, Cheredakteur der Tageszeitung "Vijesti", schreibt in einem Kommentar, es sei an der Zeit, "dass jemand willigerer und fähigerer" die Ermittlungen im Fall seine Kollegin Olivera Lakić übernehme. (APA, red, 10.7.2018)

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