Batterien: Nachhilfe aus China

Kommentar9. Juli 2018, 18:28
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Bei der Weiterentwicklung von Innovationen, bei künstlicher Intelligenz, Fintech, Telekominfrastruktur oder Robotertechnik weisen zusehends Chinesen den Weg

Besser könnte man den chinesischen Aufholprozess kaum illustrieren: Weil Europa in der für die E-Mobilität so zentralen Batteriezellproduktion nichts zu bieten hat, macht sich nun ein aufstrebender Anbieter aus China breit. CATL, ein besonders rasch expandierender Hersteller, wird in Erfurt eine Gigafactory errichten: ein für die Versorgung der deutschen Autoindustrie wichtiger Schritt. BMW hat sich zur Abnahme von Zellen im Wert von vier Milliarden Euro verpflichtet, andere folgen.

Auch abseits von CATL herrscht asiatische Dominanz, während man vergeblich nach europäischen Playern Ausschau hält. Das schmerzt, sorgen doch die Batterien für ein Drittel der Wertschöpfung eines E-Autos. Auch technologisch sind die Energiespeicher relevant, sind doch Gewicht, verwendete Rohstoffe (Stichwort: Kobalt-Knappheit) und Reichweite wichtige Erfolgsfaktoren. Dass Europa dabei keine Rolle spielt, ist bezeichnend – und beängstigend. Wieder einmal spielen sich zukunftsträchtige Entwicklungen anderswo ab. Bei der digitalen Revolution ließ der alte Kontinent den Amerikanern den Vortritt, bei der Weiterentwicklung von Innovationen, bei künstlicher Intelligenz, Fintech, Telekominfrastruktur oder Robotertechnik weisen zusehends Chinesen den Weg.

Die Mutation von der Weltfabrik zum Weltlabor geht in atemberaubender Geschwindigkeit vonstatten. Europa ist zusehends auf Nachhilfe angewiesen. (Andreas Schnauder, 9.7.2018)

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