Forscher widerlegen Theorie zum Nutzen von Zebrastreifen

9. Juli 2018, 18:08
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Die Annahme, dass die charakteristischen Muster der Thermoregulation von Zebras dienen, ist falsch

Lund – Wozu das Zebra seine Streifen hat, beschäftigt die Biologie seit langem – schon Charles Darwin hat sich den Kopf darüber zerbrochen. Dienen die charakteristischen Streifen der Tarnung im hohen Gras oder in vor Hitze flimmernder Savannenluft? Bieten sie Schutz vor Tsetsefliegen, die den Anblick der Muster mit ihren Facettenaugen nicht wegstecken können? Oder sind die Muster an der Thermoregulation der Zebras beteiligt?

Eine der vielen Theorien rund um die Zebrastreifen konnten nun Forscher um Susanne Akesson von der schwedischen Universität Lund im Fachblatt "Scientific Reports" widerlegen: Die Annahme, sie hätten einen kühlenden Effekt. Wozu sie aber sonst dienen, beantwortet die Studie freilich nicht.

Luftwirbel über dem Fell?

Akesson und ihr Team überprüften die Theorie zur Thermoregulation: Diese besagt, dass sich die dunklen Bereiche des Fells stärker aufheizen als die hellen. Trifft warme Luft über dem schwarzem Fell auf kühlere Luft über dem weißem, könnten kleine, kühlende Luftwirbel entstehen, so die Annahme.

Zur Überprüfung füllten die Forscher große Metallfässer mit Wasser und überzogen sie mit verschiedenen Tierfellen, unter anderem von Rindern, Pferden und Zebras. Die Felle hatten sie von Viehzüchtern sowie von einem ungarischen Zoo erhalten.

Die Fässer stellten die Forscher über mehrere Tage hinweg in die pralle Sonne und überprüften regelmäßig die Temperatur im Inneren. Zudem registrierte eine spezielle Kamera die Wärmeverteilung auf der Oberfläche der Fässer.

Kein Effekt

Wie zu erwarten zeigte sich, dass das Wasser in mit schwarzem Rinderfell überzogenen Fässern am heißesten wurde, Fässer mit weißem Rinderfell blieben am kühlsten. Auf Aufnahmen der Wärmekamera konnten die Forscher sehen, dass sich das Zebrafell im Bereich der schwarzen Streifen tatsächlich mehr aufheizt.

Ein Effekt durch kühlende Luftwirbel sei aber nicht feststellbar gewesen, die Wassertemperatur im Inneren der Zebra-Fässer lag zwischen den Fässern mit grauem Rinder- und grauem Pferdefell. "Die Streifen senkten die Temperatur nicht", so Akesson, die die Theorie damit als falsifiziert betrachtet. Das Zebra-Outfit kann also in den kommenden Hundstagen im Kasten bleiben. (red, 9.7.2018)

  • Warum Zebras gestreift sind, ist bis heute nicht abschließend geklärt. Zur Coolness tragen sie offenbar nicht bei, zumindest nicht im wörtlichen Sinn.
    foto: reuters/mike hutchings

    Warum Zebras gestreift sind, ist bis heute nicht abschließend geklärt. Zur Coolness tragen sie offenbar nicht bei, zumindest nicht im wörtlichen Sinn.

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