"Thalhammerit": Neues Mineral nach Leobener Forscher benannt

10. Juli 2018, 09:00
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Das erstmals in Russland entdeckte Mineral heißt nun nach Oskar Thalhammer von der Montanuniversität Leoben

Leoben/Krasnojarsk – Weltweit sind rund 5.000 Minerale bekannt. Ein neu entdecktes heißt "Thalhammerit". Es wurde nach dem Leobener Forscher Oskar Thalhammer benannt und erstmals im Norden der Region Krasnojarsk in Russland gefunden. Thalhammer forscht am Lehrstuhl für Rohstoffmineralogie der Montanuniversität Leoben.

Minerale werden normalerweise nach dem Gebiet, in dem sie erstmals gefunden wurden, nach ihrer chemischen Zusammensetzung oder ihren physikalischen Eigenschaften benannt, manchmal auch nach Personen. Diese Ehre wurde bisher 700 Persönlichkeiten zu teil. Unter ihnen ist seit kurzem auch Thalhammer.

Ultramafischen Gesteine

Der Leobener Forscher hat das Mineral weder selbst gefunden noch beschrieben. Vielmehr wurde der Name "in Anerkennung seiner Leistungen im Bereich der mineralogischen Aspekte der ultramafischen Gesteine" verliehen. Ultramafisches Gestein besteht zu mehr als 90 Prozent aus mafischen, also magnesium- und eisenhaltigen Mineralen.

"Das Mineral Thalhammerit wurde in der Komsomolsky Mine, Talnakh Deposit, Norilsk in Russland gefunden. Es tritt dort in gangförmigen Vererzungen auf, die ihrerseits in mafisch-ultramafischen magmatischen Gesteinen liegen", sagte Thalhammer. Federica Zaccarini (Montanuniversität Leoben) und Anna Vymazalova (Czech Geological Survey, Prag) haben das neue Mineral – ein Palladium-Silber-Bismuth-Sulfit – entdeckt, erstmals beschrieben und die Benennung nach Thalhammer vorgeschlagen.

Thalhammer wurde 1956 in Graz geboren und studierte Geologie, Paläontologie, Mineralogie und Petrologie an der Universität Graz, wo er 1982 promovierte. 1993 habilitierte er sich in Mineralogie und Petrologie an der Montanuni Leoben. Seine Hauptforschungsinteressen umfassen neben den ultramafischen Gesteinen vor allem die Lagerstättenkunde von Edelmetallen, Platingruppen-Elementen und massiven Sulfiden, die magnetische Petrologie und die angewandte Mineralogie zu denen er bisher rund 140 Publikationen in wissenschaftlichen Fachzeitschriften vorgelegt hat. (APA, 9.7.2018)

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