Ausschreitungen in Wien-Ottakring nach Kroatiens WM-Viertelfinalsieg

    Video8. Juli 2018, 17:36
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    Es gab drei Festnahmen und mehrere Verletzte. Rund hundert Polizisten standen im Einsatz

    Wien – Zu gewalttätigen Ausschreitungen ist es am Samstagabend nach dem Viertelfinalsieg der kroatischen Fußballnationalmannschaft in Wien-Ottakring gekommen. Zwei Frauen wurden durch pyrotechnische Gegenstände schwer verletzt.

    In mehreren Lokalen entlang der Ottakringer Straße wurde das Match zwischen Russland und Kroatien, das um 20 Uhr begann, übertragen. Laut Polizei waren viele Besucherinnen und Besucher anwesend, bereits während des Spiels sei es zu einzelnen Übertretungen nach dem Pyrotechnikgesetz gekommen.

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    In Ottakring sind in der Nacht auf Sonntag die Feiern nach dem Sieg des kroatischen Nationalteams eskaliert. Zwei Frauen wurden schwer verletzt. Mehr als 100 Polizisten standen im Einsatz, vier wurden verletzt.

    Unmittelbar nach dem Schlusspfiff wurden laut Polizeisprecher Patrick Maierhofer erneut zahlreiche pyrotechnische Gegenstände wie Fackeln und Böller gezündet und in die Fanmenge geworfen. Mehrere hundert Personen liefen auf die Fahrbahn der Ottakringer Straße und brachten den Verkehr komplett zum Erliegen.

    Zwei Frauen wurden durch pyrotechnische Wurfgeschoße schwer verletzt. Einer Frau drohe der Verlust der Hörfähigkeit an einem Ohr, einer weiteren der Verlust der Sehfähigkeit an einem Auge, erklärte die Polizei, die sich auf eine Ersteinschätzung der Berufsrettung berief.

    Polizisten verletzt

    Die mehr als hundert eingesetzten Beamten wurden ebenfalls immer wieder mit pyrotechnischen Gegenständen, Glasflaschen und anderem beworfen, vier Polizisten wurden verletzt. Ein Beamter wurde mit einer pyrotechnischen Fackel beworfen und erlitt eine Brandverletzung am Oberschenkel. Er wurde – wie auch die beiden verletzten Frauen – von der Berufsrettung ins Krankenhaus gebracht. Ein weiterer Polizist wurde an der Hand verletzt, zwei Beamtinnen durch Böller im Bereich des Gehörgangs.

    Nachdem die über Lautsprecher gegebenen Aufforderungen der Polizei, die Fahrbahn freizumachen und strafbare Handlungen einzustellen, völlig ignoriert worden seien, wurde stadtauswärts eine Sperrkette aufgezogen, teilte Maierhofer mit. Langsam habe sich so die Situation entspannt, ab etwa 0 Uhr wurde die Straße nach und nach wieder für den Verkehr freigegeben.

    Drei Personen, alle österreichische Staatsbürger, wurden wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt und schwerer Körperverletzung festgenommen. Dazu kamen unter anderem elf Anzeigen nach dem Pyrotechnikgesetz und 54 nach dem Verkehrsrecht.

    Ewiggestrige Fans

    Augenzeugenberichten zufolge outeten sich bei den Siegesfeiern einige Kroatien-Fans offenbar als Ewiggestrige. Fans hätten nicht nur die umstrittene – und in Kroatien verbotene – Fahne des faschistischen Ustascha-Regimes gezeigt, es habe auch mehrfach "Sieg Heil"-Rufe auch in Richtung der Polizei gegeben, berichtete eine Augenzeugin auf Twitter. Sie postete ein Foto, auf dem ein Fan zu sehen ist, wie er die rechte Hand zum Hitlergruß zu erheben scheint.

    Derartige Vorkommnisse seien der Polizei jedoch nicht aufgefallen, hieß es auf Nachfrage der APA.

    Nach dem Spiel Schweiz – Serbien (und provokanten Jubelgesten der Schweizer Torschützen mit kosovo-albanischen Wurzeln) war es bereits im Juni zu Krawallen von serbischen Fans in Ottakring gekommen. Vier junge Männer wurden dabei festgenommen, weil sie Polizisten mit Glasflaschen und Pyrotechnik beworfen hatten. (APA, krud, 8.7.2018)

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