800 Arbeitsstunden unbezahlt: Angestellter bekommt 63.000 Euro

8. Juli 2018, 12:27
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Ein Teilzeitbeschäftigter einer kleinen Firma blieb auf seinen Ansprüchen sitzen

St. Pölten – Mehr als 800 Plusstunden hatte der Mitarbeiter einer kleinen Firma in Niederösterreich auf seinem Zeitkonto angesammelt, als sein Arbeitgeber, eine kleine Firma mit nur einer Handvoll Mitarbeiter im Großraum St. Pölten, Konkurs anmelden musste.

Der Teilzeitbeschäftigte wandte sich an die AK Niederösterreich. Wie es zu der enormen Zahl an Mehrstunden kommen konnte, schildert die AK in einer Aussendung so: Der 39-Jährige wurde zunächst für acht Stunden pro Woche angestellt, bald aber auf 18 Stunden hochgestuft. Im Büro saß er allerdings oft doppelt so lang. "Mit meinem Chef war abgesprochen, dass ich für die anfallenden Plusstunden später, nach Vertriebsstart, Zeitausgleich nehmen dürfe. Einen Teil davon wollte man mir Monat für Monat auszahlen", erinnert sich der Beschäftigte. So sammelten sich im Laufe der Zeit die genannten 800 Plusstunden an – eine anstrengende Zeit für den Mann, der damals parallel noch ein Studium absolvierte: "Doch ich habe an die Idee, den Erfolg geglaubt, mein Herzblut in die Sache gesteckt." Dann blieben die Löhne aus.

Die Arbeitsrechtsexperten der AK NÖ meldeten die offenen Forderungen – in Summe mehr als 63.000 Euro – darunter auch ausgebliebene Löhne und Sonderzahlungen, beim Insolvenzfonds an. Mittlerweile wurden sie dem Mann ausbezahlt. "Detaillierte und lückenlose Unterlagen und Arbeitszeitaufzeichnungen zeigten: Zusätzlich zu den 800 Stunden waren auch noch der Lohn eines halben Jahres, dazu Zuschläge, zahlreiche nicht konsumierte Urlaubstage und Sonderzahlungen offen", erklärt AK-Arbeitsrechtsexpertin Gabriele Umgeher den hohen ausstehenden Betrag. (red, 8.7.2018)

  • Eigentlich sollte er sich später für die Stunden Zeitausgleich nehmen, doch daraus wurde für den Teilzeitbeschäftigten nichts mehr.
    foto: apa/endig

    Eigentlich sollte er sich später für die Stunden Zeitausgleich nehmen, doch daraus wurde für den Teilzeitbeschäftigten nichts mehr.

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