Sorge um Gewicht reduziert Diäterfolg

    13. Juli 2018, 06:00
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    Eine US-Studie über zwei Jahre an jungen Erwachsenen hat gezeigt, dass die innere Einstellung beim Abnehmen eine Rolle spielt

    Es gibt einen besorgniserregenden Trend: Junge Erwachsene mit Normalgewicht nehmen langsam über die Zeit hinweg zu. Um aber bis ins hohe Erwachsenenalter normalgewichtig zu bleiben, müssen aktiv und selbstregulierend Strategien angewendet werden, um ein gesundes Körpergewicht aufrechtzuerhalten.

    Ein Forscherteam aus den USA führte nun eine Studie mit jungen Erwachsenen durch, bei der untersucht wurde, ob die Sorge um das eigene Gewicht und die Körperform Einfluss auf den Erfolg beim Gewichthalten nahm. Es wurden drei verschiedene Gruppe gebildet – alle Teilnehmer sollten über die Dauer von zwei Jahren versuchen, ihr Gewicht stabil zu halten oder sogar vorausschauend, sprich "präventiv", abzunehmen.

    Die Vorgabe in Gruppe eins bestand darin, kleine Änderungen durchzuführen und täglich 200 Kalorien weniger als üblich zu essen. Gruppe zwei sollte versuchen, Gewicht abzunehmen und große Änderungen in Form von einem Gewichtsverlust von fünf bis zehn Pfund (ca. 2,3 bis 4,5 Kilogramm) anstreben. Gruppe drei war die Kontrollgruppe, die sich ohne genaue Anweisungen selbst kontrollieren sollte.

    Sorgen aufzeichnen

    Die Sorge um das eigene Gewicht und die Körperform wurde mithilfe von einem Fragebogen erfasst. 599 junge Erwachsene waren insgesamt in der Studie inkludiert. Bei 22 Prozent der Teilnehmer konnte eine hohe Sorge um das eigene Gewicht und die Körperform ausgemacht werden. 37 Prozent der Erwachsenen wiesen eine moderat ausgeprägte Sorge um Gewicht und Körperform auf und bei 41 Prozent der Teilnehmer waren solche Sorgen nur gering ausgeprägt.

    Nach den zwei Jahren konnten deutliche Unterschiede im Gewichtsverlust gesehen werden, je nachdem in welcher Gruppe sich die jungen Erwachsenen befanden und wie hoch ihre Sorge um Gewicht und Körperform ausgeprägt war. Teilnehmer aus Gruppe zwei (Gruppe mit den großen Änderungen), die stark besorgt um Gewicht und Körperform waren, nahmen im Laufe der zwei Jahre eher zu als ab. Anders sah dies bei den Teilnehmern aus Gruppe zwei mit gering oder moderat ausgeprägter Sorge um Gewicht und Körperform aus – diese Teilnehmer nahmen wie geplant an Gewicht ab.

    In kleinen Schritten denken

    Wenn die Teilnehmer mit großer Sorge um Gewicht und Körperform der Gruppe eins mit den kleinen Änderungen zugeteilt waren, konnten auch sie einen Gewichtsverlust erzielen. Dieser fiel dann sogar deutlicher aus als bei den Teilnehmern mit geringer oder moderater Sorge um ihr Aussehen. In der Kontrollgruppe drei existierten keine Unterschiede – je nachdem wie hoch ausgeprägt die Sorge um Gewicht und Körperform bei den Teilnehmern ausgeprägt war.

    Junge Erwachsene, die Gewicht halten oder abnehmen wollten, und die stark besorgt um ihr Gewicht und ihre Körperform waren, profitierten also davon, wenn sie nur kleine statt große Änderungen an ihrem Essverhalten über die Dauer von zwei Jahren umsetzten. Dies wirkte sich messbar besser auf ihr Gewicht aus – sie konnten eher ihr Gewicht halten oder gar etwas abnehmen. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass es Sinn macht, die Sorge um Gewicht und Körperform zu berücksichtigen, wenn es um Strategien geht, mit denen Personen geholfen werden soll, ihr Normalgewicht zu halten. (red, 13.7.2018)

    • Wer abnehmen will, steht oft auf der Waage: Die Sorge um das Körpergewicht hat Einfluss auf das Essverhalten.
      foto: istockphoto

      Wer abnehmen will, steht oft auf der Waage: Die Sorge um das Körpergewicht hat Einfluss auf das Essverhalten.

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