Maradona keilt sich mit der Fifa

    5. Juli 2018, 14:40
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    Diego Maradona hat die WM-Bühne einmal mehr zur Selbstdarstellung genutzt – und damit einen Streit mit dem Fußball-Weltverband vom Zaun gebrochen

    Moskau – Die skurrile Show des Diego Maradona geht weiter, Argentiniens Nationalheld kann es einfach nicht lassen, bei der WM in Russland unangenehm aufzufallen. Nun hat er deshalb einen handfesten Zoff mit der Fifa. Denn mit seinen Kommentaren zur Schiedsrichterleistung im Achtelfinale zwischen England und Kolumbien (4:3 i. E.) erboste der Weltmeister von 1986 den Weltverband auf das Heftigste. Man sei "sehr traurig" über die Aussagen des 57-Jährigen, der als Spieler "die Geschichte unseres Sports mitgeschrieben" habe, teilte die Fifa mit.

    Maradona hatte die Ansetzung des US-Referees Mark Geiger im venezolanischen Fernsehen harsch kritisiert. "Ich entschuldige mich bei allen Kolumbianern, aber die Spieler haben keine Schuld, denn es gibt einen Mann, der einen Schiedsrichter ausgewählt hat, der bei einem Spiel von solcher Bedeutung nicht eingesetzt werden kann", sagte Maradona. Gemeint war damit Pierluigi Collina, bei der Fifa Vorsitzender der Schiedsrichterkommission.

    Maradona sieht "monumentalen Betrug"

    Hintergrund des Kommentars: Geiger war nach kontroversen Entscheidungen im Gold Cup 2017 für sechs Monate gesperrt worden. "Dieser Schiedsrichter weiß vielleicht viel über Baseball, aber er hat keine Ahnung vom Fußball", so Maradona. Vielmehr witterte er einen "monumentalen Betrug". Und machte die Fifa höchstpersönlich dafür verantwortlich. "Die Schiedsrichter werden von Collina ausgewählt, der von Infantino (Fifa-Präsident Gianni Infantino, Anm. d. Red.) beauftragt wurde, die neue Fifa von Dieben und Betrügern zu befreien. Heute sahen wir das Gegenteil – die alte und manipulierte Fifa", sagte Maradona.

    Vom Weltverband erntete Maradona für seine Einlassungen nur Kopfschütteln. "Die Fifa weist die Kritik an den Offiziellen entschieden zurück. Sie haben ein hartes und hoch emotionales Spiel gut geleitet", hieß es in einer Stellungnahme. Die Ausführungen Maradonas seien "völlig unangemessen" und "komplett haltlos".

    Streitpunkt war die Szene vor dem Führungstreffer für England. "Der Elfmeter war kein Elfmeter – es war ein Foul von Kane", sagte Maradona und fragte: "Warum kam der VAR (Video Assistant Referee, Anm. d. Red.) nicht zum Einsatz?" Harry Kane war vom Kolumbianer Carlos Sanchez in Ringkämpfermanier zu Fall gebracht worden, der Kapitän der Engländer traf vom Punkt zum 1:0 (57.). Kolumbien glich spät aus (90.+3).

    Pikant ist der Zwist vor allem, weil Maradona auf Einladung des Weltverbands als sogenannte Fifa-Legende bei der WM weilt und als Ehrengast beim Spiel in Moskau anwesend war. Schon beim 2:1-Sieg seiner Argentinier in der Vorrunde gegen Nigeria hatte Maradona für Aufsehen gesorgt, als er teils apathisch, teils hyperaktiv auf den Rängen das Spiel verfolgte, beim Siegtreffer durch Marcos Rojo im Jubel Mittelfinger in die Menge zeigte – und danach sichtlich geschwächt abtransportiert werden musste. (sid, 5.7.2018)

    • Fear and Loathing in Moscow: Diego Maradona.
      foto: reuters/matthew childs/file photo

      Fear and Loathing in Moscow: Diego Maradona.

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