Alkverbot am Praterstern: 165 Anzeigen seit Ende April

    Video5. Juli 2018, 12:59
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    In mehr als zwei Monaten kam es zudem zu 614 Abmahnungen und 31 Organmandaten

    Wien – Das von der Stadt Wien verordnete Alkoholverbot am Praterstern ist am 27. April in Kraft getreten. Es war dies die erste Maßnahme für einen Alkoholbann auf einem öffentlichen Platz in der Bundeshauptstadt. In knapp mehr als zwei Monaten kam es zu 614 Abmahnungen und 165 Anzeigen. Insgesamt wurden 31 Organmandate ausgestellt, gab die Landespolizei Wien auf STANDARD-Anfrage bekannt.

    foto: heribert corn
    Bei Strafen oder Anzeigen wegen des Alkoholverbots sind 70 Euro oder – im Wiederholungsfall – bis zu 700 Euro fällig.

    Seit Einführung der promillefreien Zone zeigt die Tendenz bei Amtshandlungen aufgrund dieses Delikts klar nach unten, sagte Polizeisprecher Patrick Maierhofer. "Es wird immer weniger." In dieser Woche kam es etwa bisher nur zu 21 Abmahnungen.

    Bei Strafen oder Anzeigen sind 70 Euro oder – im Wiederholungsfall – bis zu 700 Euro fällig. Bei schwierigen Fällen oder dann, wenn Strafen nicht bezahlt werden, "kann das letztlich auch mit der Verbüßung einer Freiheitsstrafe enden", sagte Wiens Polizeipräsident Gerhard Pürstl bei der Präsentation der alkfreien Zone rund um den Praterstern.

    grafik: apa

    Insgesamt wurden von der Polizei seit Einführung der Zone auch 61 alkoholische Getränke, die mitgeführt und noch verschlossen waren, beschlagnahmt. Zum Vergleich: Allein im ersten Monat nach Verhängung des Alkverbots waren es bereits 57 beschlagnahmte Getränke. Insgesamt wurden von der Polizei zudem 720 Alkoholika entsorgt – also Getränke, die bereits geöffnet waren.

    der standard

    Keine Verdrängungseffekte

    Große Verdrängungseffekte seien vonseiten der Polizei nicht festzustellen. Vom Praterstern verdrängte Personen würden sich vereinzelt im Umfeld der Venediger Au aufhalten. "Es gibt aber kein großes Problem." Auch die Anrainerbeschwerden würden weniger.

    Noch keine Neuigkeiten über Polizeiinspektion Praterstern

    Nichts Neues gibt es vonseiten der Wiener Polizei über ein geplantes Comeback einer Polizeiinspektion direkt am Praterstern zu berichten. Maierhofer: "Es laufen Gespräche." Stadträtin Ulli Sima hatte bei der Präsentation der promillefreien Zone rund um den Praterstern Ende April eine zeitnahe Lösung versprochen. Neben der Stadt hätten aber auch andere Player, etwa das Innenministerium, etwas mitzureden. (David Krutzler, 5.7.2018)

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