Schwanger werden nach Brustkrebsdiagnose ist sicher

    4. Juli 2018, 09:08
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    Zwischen Brustkrebspatientinnen, die nach der Diagnose schwanger wurden und jenen, die dies nicht taten gibt es keine Unterschiede im Gesamtüberleben

    Können Frauen nach eine Brustkrebsdiagnose bedenkenlos schwanger werden? Ein internationales Forscherteam hat diese Frage nun untersucht und dafür 333 Brustkrebspatientinnen in ihre Studie eingeschlossen, die nach ihrer Brustkrebsdiagnose schwanger geworden waren. Als Vergleichsgruppen dienten 874 Brustkrebspatientinnen, die ähnliche Eigenschaften aufwiesen, aber nie schwanger waren.

    In der Patientinnen-Gruppen waren zum einen Patientinnen, deren Krebs durch das weibliche Geschlechtshormon Östrogen zum Wachsen angeregt wird. Man bezeichnet diese Krebsform als ER-positiv. ER steht für Östrogenrezeptor. Frauen mit ER-positivem Brustkrebs haben viele dieser Östrogenrezeptoren auf ihren Krebszellen. Auf diese Weise fördern Östrogene das Krebswachstum. Weiters waren Patientinnen mit ER-negativem Status in die Studie eingeschlossen – bei diesen Frauen spielen Hormone keine Rolle für das Krebswachstum.

    Etwa 7,2 Jahre nach der Schwangerschaft der 333 Patientinnen wurde das Überleben zwischen den beiden Gruppen verglichen. Zum einen wurde untersucht, wie lange die Frauen überlebten, ohne dass es zu einem Fortschritt der Krankheit kam. Dabei zeigten sich keine Unterschiede zwischen den schwangeren Frauen und der nicht schwangeren Vergleichsgruppe. Es spielte auch keine Rolle, ob die Frauen an ER-positivem oder ER-negativem Brustkrebs litten.

    Vorteil im Überleben

    Als zweites wurde das Gesamtüberleben der Frauen verglichen: zwischen schwangeren und nicht schwangeren Brustkrebspatientinnen mit ER-positivem Brustkrebs gab es keine Unterschiede im Gesamtüberleben. Bei den Frauen mit ER-negativem Brustkrebs war eine Schwangerschaft mit einem Überlebensvorteil verbunden – hier lebten jene Frauen, die schwanger wurden, länger als solche, die nie ein Kind bekommen hatten.

    In zusätzlichen Analysen wurden weitere Effekte untersucht, die einen Einfluss haben könnten. Es zeigte sich: das Überleben der Frauen wurde weder durch Fehlgeburten, die Zeit bis zum Eintreten der Schwangerschaft, Stillen oder der nach der Operation erfolgte Behandlungen beeinflusst.

    Demnach haben Brustkrebsüberlebende durch eine Schwangerschaft auf lange Sicht keine nachteiligen Auswirkungen auf das Überleben zu fürchten, so das Fazit der Autoren. (red, 4.7.2018)

    • Frauen mit ER-negativem Brustkrebs, die nach der Diagnose ein Kind bekommen hatten, lebten sogar länger als solche, die nie schwanger waren.
      foto: istock

      Frauen mit ER-negativem Brustkrebs, die nach der Diagnose ein Kind bekommen hatten, lebten sogar länger als solche, die nie schwanger waren.

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