Salzburgs Programmkino: Das Kino, das blieb

    4. Juli 2018, 09:11
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    Das Salzburger Filmkulturzentrum Das Kino feiert seinen 40. Geburtstag. Trotz turbulenter Zeiten konnte sich das Programmkino halten

    Es ist eine Institution in Salzburg. Das Filmkulturzentrum Das Kino ist seit 40 Jahren die Anlaufstelle für Autorenfilm und Independent Cinema an der Salzach. Seinen Geburtstag begeht das Programmkino mit 40 ausgewählten Kultfilmen und einer Feier am Freitag mit Nonstopkino bei freiem Eintritt.

    1978 wurde das Salzburger Filmkulturzentrum Das Kino am heutigen Standort eröffnet: im ehemaligen Lifka-Kino. Vorbild war das erste "Kommunale Kino", das 1971 in Frankfurt am Main initiiert wurde und heute das deutsche Filmmuseum beherbergt. Günther Berauer und Michael Bilic waren die Gründerväter des Salzburger Programmkinos, das Bilic bis 2017 leitete. Das Kino hat turbulente Zeiten erlebt und überstanden. 1994 seien Vertreter von Constantin Film schon im Saal gestanden und hätten ausgerechnet, wie viele Sessel reinpassen, um ein Multiplexx aus dem Programmkino zu machen, erzählt Geschäftsführerin Renate Wurm. 30.000 Unterschriften wurden damals gesammelt, um das Das Kino zu erhalten.

    Vier Jahre später kam dann das erste Cineplexx nach Salzburg, 2001 folgte das zweite. Das Sterben der kleinen Kinos war nicht mehr zu bremsen. Das Central-Kino schloss 1998 die Saaltüren, zuletzt sperrte 2012 das Elmo Kino zu, und sogar Salzburgs ältestes Kino – das Mozartkino – musste vorübergehend den Betrieb einstellen. Nach einem Landeszuschuss konnte es jedoch 2014 wiedereröffnen. Das Kino blieb. Gefördert wird es von Stadt, Land und Bund mit rund 250.000 Euro.

    "Die Beste aller Welten" als Publikumsmagnet

    Die Förderung sei dem "Kulturhotspot in Salzburg" weiterhin sicher, beteuert Kulturlandesrat Heinrich Schellhorn (Grüne). "Es ist nicht nur ein Kino, sondern fördert den kulturellen Austausch und erfüllt einen kulturpolitischen Auftrag", sagt der Landesrat. Neben dem speziell ausgewählten Filmprogramm abseits des Mainstreams, bei dem alle Filme in Originalfassung mit Untertitel gezeigt werden, kuratiert und organisiert das Das Kino auch Filmfestivals.

    Hervorzuheben sind das Lateinamerika-Filmfestival und das Bergfilmfestival "Abenteuer Berg – Abenteuer Film", das heuer sein 25-Jahr-Jubiläum feiert. Das Programmkino bietet der lokalen Filmszene eine Plattform und fördert Nachwuchs-Filmschaffende. Bestes Beispiel ist der Regisseur Adrian Goiginger, der mit Die beste aller Welten den meistbesuchten Film des Kinos gedreht hat: 18.730 Besucher kamen in Das Kino und schauten sich den Film an.

    Dorfkinos zurückbringen

    Das Kino erfindet sich immer wieder neu. Eine Video-on-demand-Plattform für österreichische Filme ist nun ebenso Teil des Kinoprogramms wie ein mobiler Projektor, mit dem Das Kino in die Bezirke fährt und so ein Stück weit die alten Dorfkinos zurückbringt.

    Der Traum vom dritten Kinosaal ist indessen in weite Ferne gerückt. Bisher hätten sich noch keine geeigneten Räumlichkeiten in der Salzburger Altstadt gefunden. Der bestehende große Saal wurde heuer neu bestuhlt. 10.000 Filme wurden in 40 Jahren in zwei Sälen gespielt, 2,7 Millionen Besucher kamen zu 85.000 Vorstellungen. (Stefanie Ruep, 4.7.2018)

    • Entgegen allen Widrigkeiten auf Schiene bleiben. Das Salzburger Das Kino hält hoch,  was Buster Keaton in "Der General" vorlebt – und zeigt den Film in seinem Jubiläumsprogramm.
      das kino

      Entgegen allen Widrigkeiten auf Schiene bleiben. Das Salzburger Das Kino hält hoch, was Buster Keaton in "Der General" vorlebt – und zeigt den Film in seinem Jubiläumsprogramm.

    • Geschäftsführerin Renate Wurm leitet das Das Kino.
      foto: daskino/neumayr

      Geschäftsführerin Renate Wurm leitet das Das Kino.

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