Rebound und Backfire von Verkehrs-Umweltmaßnahmen

13. Juli 2018, 11:02
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Gut gemeint ist nicht immer gleich auch gut gemacht – das trifft auch auf Maßnahmen zur Umweltverbesserung zu

Maßnahmen zur Verbesserung der Luft- und Klimasituation können auch in die falsche Richtung ausschlagen. Wie viele Beispiele aus der Vergangenheit gezeigt haben, kann es passieren, dass positive Effekte von technischen oder planerischen Verbesserungen auch gleich durch eine menschliche Verhaltensänderung neutralisiert werden, womit trotz eifrigen Bemühens zumindest keine Verbesserung eintritt.

Sparsamere Motoren, höherer Verbrauch

Dazu ist kürzlich eine Publikation des VCÖ (Verkehrsclub Österreich) erschienen. Ein gutes Beispiel daraus ist die stetige Verbesserung der Verbräuche der Fahrzeuge, die dadurch wieder neutralisiert wird, dass die Menschen größere, stärkere und schwerere Autos mit naturgemäß wieder höherem Verbrauch kaufen.

Das nennt man üblicherweise Rebound-Effekt, ein noch krasseres Beispiel ist das sogenannte Backfire, dann nämlich, wenn der Rebound-Effekt über 100 Prozent liegt, also durch eine Maßnahme nicht nur keine Verbesserung, sondern sogar eine Verschlechterung eintritt, etwa bei Agro-Diesel aus Palmöl oder Soja, die durch veränderte Landnutzung im großen Stil deutlich mehr Emissionen verursachen als fossiler Treibstoff. Wenn man Rebound-Effekte auch nicht immer vermeiden kann, so sollte man sie doch nach Möglichkeit im Auge behalten.

Steinzeit-Programmierung

Beim Verkehr kann ein spezielles menschliches Verhaltensmuster fatale Wirkung entfalten: Der Mensch ist quasi schon steinzeitlich auf bestimmte Reisezeiten programmiert. Steht ihm ein schnelleres Verkehrsmittel zur Verfügung, fährt er eben weiter und verbraucht mehr Energie. (Rudolf Skarics, 13.7.2018)

  • Biosprit verursacht auch Emissionen – mitunter sogar deutlich mehr als fossiler Treibstoff.
    foto: apa

    Biosprit verursacht auch Emissionen – mitunter sogar deutlich mehr als fossiler Treibstoff.

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