Warum Googles Pixel 2 weiterhin das schnellste Android-Smartphone ist

    1. Juli 2018, 11:16
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    Hintergrundartikel gibt Einblick in die Optimierungsarbeiten – An Prozessor angepasstes Energiemodell hilft auch bei Effizienz

    In Tests und Nutzerberichten taucht eine Bemerkung immer wieder auf, wenn es um Googles eigene Pixel-Smartphones geht: Diese fühlen sich irgendwie flotter an als die Konkurrenz, die Performance ist konsistenter, die Animationen vor allem beim Scrollen "flüssiger". Ein Effekt, der zwar seit einiger Zeit bekannt ist, dessen Ursachen bisher aber weitgehend im Dunklen verblieben. Ein aktueller Artikel von XDA Developers liefert nun aber eine passende Erklärung.

    EAS

    Die Nutzung des "Energy Aware Schedulers" (EAS) mache Googles Pixel-Smartphones merklich flotter als jene der Konkurrenz, fasst der Artikel zusammen. Dieser verteilt die Lasten wesentlich besser als es bisher genutzte Scheduler tun, derzeit ist Google aber der einzige Hersteller, der vollständig auf diesen Ansatz setzt – was den Vorsprung erklärt.

    grafik: xda developers
    Der direkte Vergleich zeigt. Das Pixel 2 XL (links) brauch wesentlich weniger lang für das Rendern jedes einzelnen Frames als das OnePlus 6 – das aber noch immer zu den besten Android-Smartphones in dieser Hinsicht gehört.

    Wie stark dieser Unterschied ist, zeigt sich etwa im Vergleich mit dem OnePlus 6: Obwohl dieses einen stärkeren Prozessor hat – den Snapdragon 845 statt Snapdragon 835 – braucht ein Pixel 2 XL bei den gleichen Tests deutlich weniger lang, um beim Scrollen die einzelnen Frames zu zeichnen. Das Ergebnis ist, dass das Pixel weniger oft Frames überspringen muss – was nötig wird, wenn die Berechnung nicht schnell genug erfolgt. Solche Vorfälle führen zu jenem Mikroruckeln, das von den Nutzern als weniger "flüssiges" Scrollen wahrgenommen wird.

    Viel Arbeit

    Bleibt natürlich die Frage, warum nicht andere Hardwarehersteller auch einfach auf den Energy Aware Scheduler wechseln. Die Erklärung dafür ist recht simpel: Dessen Nutzung erzeugt einiges an Mehrarbeit. So muss dafür ein eigenes Energiemodell für den jeweils genutzten Prozessor erstellt werden, damit die jeweiligen Prozessorkerne auch optimal genutzt werden. Vor diesem Feinschliff am System scheinen derzeit aber noch viele Hersteller zurückschrecken. Das Ergebnis ist aber nicht nur ein schnelleres Smartphone sondern auch eines, das weniger Strom verbraucht.

    Interessanterweise ist das zum Vergleich herangezogene OnePlus 6 bereits eine der Ausnahmen in der Android-Welt. Dieses verwendet nämlich bereits eine EAS-Implementation, wie XDA Developers betont – aber eine wesentlich weniger optimierte. Bei Smartphones anderer Hersteller ist der Unterschied trotzdem noch deutlich größer. (Andreas Proschofsky, 1.7.2018)

    • Artikelbild
      foto: andreas proschofsky / der standard
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