Die Großkundgebung gegen den 12-Stunden-Tag in Bildern

Ansichtssache mit Video30. Juni 2018, 19:50
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Bei strahlendem Sonnenschein protestierten Zehntausende gegen die Pläne der türkis-blauen Regierung

der standard

Demo "Nein zum 12-Stunden-Tag".

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foto: florian bayer/twitter.com/florianbayer

14 Uhr, Christian Broda-Platz, dort wo die innere Mariahilfer Straße beginnt. Es staut sich, immer mehr Leute strömen von Westbahnhof und Gürtel herbei. Ganz vorne, etwa auf Höhe Schottenfeldgasse, setzt sich der Zug in Bewegung.

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Vielerorts liegen Unterschriftenlisten auf, um gegen die Flexibilisierung der Arbeitszeit zu protestieren. Auch an Trillerpfeifen, Stickern mit durchgestrichener Ziffer "12" und Flyern der verschiedenen Gruppierungen mangelt es nicht.

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Die Gäste in diesem Caféhaus wirken unbeeindruckt – weder von Kanzler Kurz, der sich die EU Ratspräsidentschaft in Schladming übergeben lässt, noch vom Demozug, der allerdings ohrenbetäubend laut ist.

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Bei manchen weckt die Agenda der Regierung dunkle Erinnerungen an vergangene Zeiten.

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Von der Bühne am Anfang der Mariahilfer Straße schallt es weithin: "Was für Medikamente nehmen die! Es ist ein Irrsinn!"

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Wenige Hundert Meter weiter unten ist die nächste Bühne aufgebaut. Dort heißt es von ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian: "Wir haben 240.000 Menschen im Rücken und sind parteifrei, denn wir nehmen Partei für alle Arbeitnehmer!" Es sei Zeit, die Auswirkungen des Neoliberalismus stoppen, Verteilungsgerechtigkeit schaffen.

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Katzian: "Die machen mit der Arbeitszeit-Flexibilisierung Reibach. Denen ist die Familie wurscht und die Gesundheit wurscht. Diese Regierung pfeift sich nichts und gehört ausgebuht!" Und die Menge buht.

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Die Demoteilnehmer könnten bunter durchmischt nicht sein: Vom Studenten bis Pensionisten, vom Arbeiter bis zum Topverdiener. Auch dieser Familienvater aus Wien fürchtet um Freizeit, die er mit seiner Familie bringen kann.

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Nicht wenige nutzen den Tag zum Anlass, ihren generellen Unmut über die Regierung Kurz/Strache kundzutun.

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"Wir sind viele, wir sind laut, weil man uns die Arbeit klaut", wird vielerorts skandiert. Noch immer starten neue Teilnehmer vom Westbahnhof, heißt es gegen 15 Uhr.

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Es ist schwer, an diesem Tag in der Innenstadt nichts vom Protest mitzubekommen. Manche werden womöglich dennoch überrascht, wenn sie die U-Bahn verlassen.

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Durchgestrichene Zahlen dominieren das Poster- und Sticker-Aufgebot ...

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... nicht wenige haben sich aber etwas Eigenes einfallen lassen.

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Auch die Omas gegen Rechts sind da, eine "zivilgesellschaftliche überparteiliche Initiative, die sich – am 16. November 2017 auf Facebook gegründet – in den politischen Diskurs einmischen will.", wie es auf ihrer Website heißt.

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Die Omas sind vielleicht etwas leiser, aber kein bisschen weniger bestimmt und wütend als die mit Trillerpfeifen bestens ausgerüsteten Gewerkschafter.

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Auf Höhe Neubaugasse wird sich später der Demozug teilen. Anders als geplant, geht er am Anfang noch vollständig über Neubaugasse, später wird aber auch die untere MaHü begangen.

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"Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst", sagte der große Karl Kraus einst. Und so ist auch die Stimmung, trotz aller Wut auf die Regierung, ausgelassen.

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Bald war klar, dass die geschätzte Teilnehmerzahl von 30.000 sehr bald nach oben korrigiert werden muss.

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Der Demozug biegt in die Siebensterngasse ein, von wo es vorbei an Museumsquartier und Volkstheater bis zum Ring geht. Auf der Zweierlinie steht heute alles.

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Ein Fremdkörper bei den "Omas gegen Rechts"? Nein, der Ehegatte einer solchen.

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Die schmale Siebensterngasse, wo sich der eine oder andere Demoteilnehmer bei einem Bier oder Eis in einem der vielen Straßencafés stärkte.

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Auch sie können den Regierungsplänen nichts abgewinnen.

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Auf der Zielgeraden, kurz vor dem Heldenplatz. Auch der Ring ist heute teilweise gesperrt.

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Der Heldenplatz bietet anfangs, um etwa 15.30 Uhr, noch viel Platz ...

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... minütlich werden es aber mehr Leute.

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"Die Bundesregierung kann sich auf einen Berg (Anspielung auf die EU-Ratsvorsitzübergabe in Schladming, Anm.) verkräulen, aber wir werden so laut sein, dass sie uns trotzdem hören!", schallt es von der Bühne in unmittelbarer Nähe von Präsidentschaftskanzlei und Bundeskanzleramt.

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"Die Regierung ist dabei, unsere Gesellschaft radikal umzubauen. Sie kürzt die Mindestsicherung und baut einen Überwachungsstaat. Sie opfert unsere Zukunft den Konzernen und will uns weismachen, dass Mädchen mit Kopftuch eine Gefahr darstellen", sagt Attac-Referentin Lisa Mittendrein von der Bühne.

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Und weiter: "Sie versuchen, uns gegeneinander auszuspielen: Die, die jetzt schon 12 Stunden arbeiten gegen alle anderen. Dieser Umbau aber betrifft uns alle! Trotz all unserer Unterschiede muss klar sein: Uns verbindet mehr als uns trennt!"

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Der Tag hatte mit dunkelblauen Wolken begonnen, längst brennt aber die Sonne auf die Innenstadt. Gegen 16 Uhr sind noch immer längst nicht alle Teilnehmer am Heldenplatz angekommen. "Zusammenrücken!", heißt es von der Bühne.

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foto: apa/hans punz

"Wir sind hier, weil wir ein gemeinsames Ziel haben: Diese ungerechte und unsoziale Regierung zu stürzen! Die Regierung pfeift auf uns Arbeitnehmer, aber wir halten zusammen!", schreit Helmut Köstinger, Vorsitzender der Postgewerkschaft. Mittlerweile wurden die Teilnehmerzahlen auf zwischen 80.000 und 100.000 nach oben korrigiert. (Florian Bayer, 30.6.2018)

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