Lifehacks: Tipps und Tricks für postmoderne Zeiten

Kolumne29. Juni 2018, 15:00
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Dieser Hack ist wahrhaftig kein Dreck: Der Lifehack hat nichts mit Hackbraten oder dem Heck eines Autos zu tun

Im Alltag ist immer was los, aber nicht immer ist das, was los ist, auch angenehm. Im Gegenteil. Das Leben ist gesäumt von Pannen, Pech und Pleiten. Mal muffelt die Küche, mal miachtelt das Bad. Das Salzfass fällt in die Suppe, das Handy fällt ins Klo. Das Ribeye-Steak riecht nach Rizinus, die Butter nach Schweröl.

Mal reißt von der Hose ein Knopf ab, mal stockt die Milch, mal fusselt das Federbett. Vor dem Haus kippt das Fahrrad um, oder der Dogo Argentino beißt dem Nachbarn ein Bein ab. Das Kopfhörerkabel ringelt und verknotet sich. Und zu allem Überdruss kotet der Kater just auch noch dann neben das Kistchen, wenn er sich an den Whiskas überfressen hat und an einem Mordstrumm Durchfall laboriert. Rücksicht und gutes Benehmen ist diesen Tieren fremd.

Sprachhilfe für Steckengebliebene

Was man in solchen Momenten braucht, ist dreierlei: Ruhe, Resilienz und guten Rat. In prämodernen Zeiten sagte man zum guten Rat (Haushalts-)Tipp oder Trick, in postmodernen sagt man Lifehack. Hier sind ein paar Sprachinfos für all jene angebracht, die in der Prämoderne stecken geblieben und im postmodernen Vokabular nicht wirklich firm sind.

Keineswegs hat der Lifehack etwas mit Hackbraten, Hackfleisch oder Hackfressen zu tun, ebenso wenig mit dem Heck, dem Hinterteil eines Autos, Schiffs oder Flugzeugs. Und schon gar nicht ließe sich der mindeste Zusammenhang mit jenem Heckmeck finden, den Schlagerstar Bill Ramsey einst genial besungen hat ("Mach keinen Heckmeck / ich heirat' dich vom Fleck weg / und nehm dich mit nach Haus'.").

Hacks, die wir brauchen

Nein, Lifehacks sind, wie es die Wikipedia so elegant formuliert, "Hacks, die sich auf Unwägbarkeiten, Strategien oder Tätigkeiten des Lebens beziehen. Sie dienen dazu, ein Problem zu lösen", und "oft haben sie das Ziel, den Alltag zu erleichtern". Kurzum: Lifehacks sind Hacks, die wir brauchen. Und wie.

Hier eine Mini-Lifehack-Wunschliste, die tunlichst folgende Ergebnisse zeitigen sollte: eine sich selbst entmiachtelnde Küche, die auch nach dem Simultanverkochen von zwölf Karfiolrosen so frisch riecht wie ein Blütenbeet. Ein Fernsehgerät, das sich automatisch ausschaltet, sobald Donald Trump auf dem Bildschirm erscheint. Eine Katze, die nach innen kackt. Gibt es Hinweise auf entsprechende Lifehacks? Der Krisenkolumnist wäre dafür sehr dankbar. (Christoph Winder, 29.6.2018)

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