"Rechts-außen-Kanzler": Botschaft intervenierte bei der "Financial Times"

    29. Juni 2018, 09:09
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    Der Begriff "Rechts-außen-Kanzler" verschwand aus der Onlineversion – Journalist entschuldigte sich nicht

    Wien/Washington – Laut einem Bericht von ORF.at hat die österreichische Botschaft in Washington die Redaktion der "Financial Times" in Bezug auf einen am Wochenende erschienenen Artikel über Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) kontaktiert. Konkret sei es um den Begriff "Rechts-außen-Kanzler" gegangen, der sich online nicht mehr finden lässt. Die Botschaft bestätigte gegenüber der APA den Kontakt.

    Es sei "Routineaufgabe" einer Botschaft, sowohl mit Redakteuren als auch Vertretern von Thinktanks regelmäßigen Kontakt zu halten und österreichische Positionen zu erklären. "In diesem Sinne gab es auch Kontakt zu den betreffenden Personen", erklärte der Sprecher der Österreichischen Botschaft in Washington, Thorsten Eisingerich, auf Anfrage.

    Online geändert

    Der Autor des Artikels, Edward Luce, teilte ORF.at mit, am Montag von der Botschaft kontaktiert worden zu sein. "Die Vertretung im Ausland sei besorgt über die Bezeichnung 'far right' gewesen", heißt es in dem Bericht vom Donnerstag. Luce habe den Artikel dann in Richtung einer "informativeren Beschreibung" abgeändert. Tatsächlich steht in der Online-Ausgabe nunmehr: "Österreichs Kanzler Sebastian Kurz, der eine Koalition anführt, die die extreme Rechte einschließt". Dem Journalisten wäre auch die Bezeichnung "Ermöglicher der extremen Rechten" passend erschienen.

    Kanzler Kurz hatte am Mittwoch im EU-Hauptausschuss erklärt, dass sich die "FT" für den Ausdruck entschuldigt und den Artikel korrigiert habe. Der Autor selbst entschuldigte sich laut ORF.at aber nicht. Ob sich die "FT" als solche entschuldigt habe, war von ORF.at nicht in Erfahrung zu bringen.

    Laut Auskunft des "FT"-Journalisten wollte die österreichische Botschaft auch in Erfahrung bringen, weshalb er die deutsche Politikwissenschafterin Constanze Stelzenmüller zitiert habe. Diese hatte die Wahl von Wien als (zum damaligen Zeitpunkt noch) möglichen Gipfelort für ein Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin als "nicht weise" bezeichnet. (APA, 29.6.2018)

    • "Rechts-außen-Kanzler": Der Begriff dürfte Sebastian Kurz und seiner Entourage nicht gefallen.
      foto: reuters/eric vidal

      "Rechts-außen-Kanzler": Der Begriff dürfte Sebastian Kurz und seiner Entourage nicht gefallen.

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