33 statt 300 Megabit: Mobiles Internet wird immer langsamer

    28. Juni 2018, 13:58
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    Nur T-Mobile konnte Geschwindigkeit zuletzt steigern – am schnellsten surft man im niederösterreichischen Herzogenburg

    Mit Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 150 oder gar 300 Megabit pro Sekunde bewerben die österreichischen Mobilfunkanbieter ihre Tarife. Damit würden sie in vielen Fällen sogar die Übertragungsraten ausstechen, die etwa UPC im Wiener Kabelnetz bietet. Von der Realität sind die Angaben allerdings weit entfernt. Tatsächlich sinkt die durchschnittliche Geschwindigkeit des mobilen Internets in Österreich.

    Das geht aus einer Untersuchung der Vergleichsfplattform Tarife.at hervor. Über ein Jahr lang hat 3,8 Millionen Messungen vorgenommen. Das Ergebnis: Die tatsächliche mobile Surfgeschwindigkeit liegt bei rund einem Zehntel des "bis zu"-Höchstwerts.

    Herzogenburg vorne

    Über LTE ist man im Schnitt mit 32,8 Mbit/s im Netz unterwegs. Allerdings gibt es regional sehr große Unterschiede. Abdeckung und Auslastung spielen etwa rund um St. Pölten gut zusammen. Die höchste Geschwindigkeit, durchschnittlich 96,85 Mbit/s wurde in Herzogenburg erfasst. Auf Platz zwei liegt der Wiener Bezirk Hernals mit 75 Mbit/s. Der Schnitt der Landeshauptstadt beträgt 41,6 Mbit/s, was im Vergleich zum Vorjahr erstmals seit Jahren eine Steigerung (von 37,5) bringt.

    Am anderen Ende des Feldes rangiert die Tiroler Gemeinde Polling. Mit durchschnittlich 5,2 Mbit/s liegt man bei der Geschwindigkeit auf niedrigem 3G-Niveau. In Österreich klaffen noch Versorgungslücken, die laut Tarife.at etwa die südliche Steiermark und einige Teile von Oberösterreich besonders betreffen. Auch im westlichen Vorarlberg ist die Performance unterdurchschnittlich.

    Durchschnittsbandbreite sinkt weiter

    Insgesamt sinkt die durchschnittliche Bandbreite. 2015 wurde mit 43,26 Mbit/s der bisherige Höchstwert erreicht. Seitdem sank der Speed kontinuierlich auf nunmehr 32,51 Mbit/s. Allerdings sind vor allem die Netze von A1 und "3" betroffen. Für T-Mobile wurde eine Zunahme der Durchschnittsgeschwindigkeit um 15 Prozent gemessen. Ein Grund für den Rückgang dürfte sein, dass zunehmend mehr Nutzer jetzt LTE statt 3G nutzen. Seit 2015 ist der Anteil von 48,45 auf nun 86,6 Prozent.

    Die Surfgeschwindigkeit hängt freilich nicht nur von der Abdeckung ab. Auch die Ausstattung des Handys oder die Anzahl der gerade aktiven Nutzer spielen eine wesentliche Rolle. Am schnellsten ist man anbieterübergreifend demnach zwischen vier und fünf Uhr morgens unterwegs. Einen deutlichen Rückgang der Durchschnittsgeschwindigkeit gibt es allgemein am Wochenende.

    Die Messungen wurden zwischen 19. Juni 2017 und 18. Juni 2018 durchgeführt. Gemessen wurde mit der RTR-Netztest-App und dem eigenen Speedtest-Tool von Tarife.at. (red, 28.06.2018)

    • In zwei von drei Netzen sank die durchschnittliche Surfgeschwindigkeit.
      foto: reuters

      In zwei von drei Netzen sank die durchschnittliche Surfgeschwindigkeit.

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