Sunrise nimmt erste 5G-Antenne der Schweiz in Betrieb

    27. Juni 2018, 15:12
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    Schweiz hat zehnmal schärfere Strahlengrenzwerte als EU, was 5G-Ausbau in Städten bremst

    Die Umsetzung der 5G-Strategie bis 2025 gilt in Österreich nach den Worten des zuständigen Ministers Norbert Hofer (FPÖ) als "eine echte Challenge". In der Schweiz rückt die neue Mobilfunkgeneration 5G indes näher: Ein halbes Jahr nach dem Test mit einer neuen Spitzengeschwindigkeit im Schweizer Mobilfunk nimmt Sunrise die erste 5G-Antenne des Landes in Zürich bereits in Betrieb.

    Privat- und Geschäftskunden können demnach schon 2020 von einem Tempo von bis zu 1 Gigabit pro Sekunde (Gbit/s) profitieren, teilte der zweitgrößte Telekomkonzern am Mittwoch vor Journalisten in Zürich mit.

    Temporausch vor allem außerhalb der Ballungszentren statt

    Im Dezember hatte Sunrise bereits gezeigt, was die neue Mobilfunkgeneration kann. Unter Testlaborbedingungen erreichte sie eine Spitzengeschwindigkeit von 3,28 Gigabit pro Sekunde (Gbit/s) erreicht. Das ist dreimal so schnell wie heute.

    Zum Vergleich: Mit der heutigen Mobilfunkgeneration 4G (auch LTE genannt) ist im aller-allerbesten Fall etwa 1 Gbit/s möglich. An den meisten Orten endet die Fahnenstange in der Schweiz indes bei 300 Megabit pro Sekunde (Mbit/s). Und dies auch nur, wenn man eine ganze Handyantenne für sich alleine hat.

    Allerdings findet der neue Temporausch vor allem außerhalb der Ballungszentren statt. Denn in den Schweizer Städten sind wegen der strengen Handystrahlenschutzvorschriften (NISV) 90 Prozent der Antennen am Anschlag und können nicht ausgebaut werden, sagte Sunrise-Chef Olaf Swantee.

    Grenzwerte

    Der Ständerat hatte im März erneut abgelehnt, die Grenzwerte lockern. Die Schweiz hat heute zehnmal schärfere Grenzwerte als die EU.

    Ohne Lockerung der Grenzwerte sei es nicht möglich, die neue Mobilfunkgeneration in den Städten einzuführen. Deshalb werde Sunrise 5G am Anfang in den suburbanen Gebieten und auf dem Land einführen.

    Damit bleibe der große Teil der Bevölkerung vom Fortschritt ausgeschlossen. Wenn die heutige NISV nicht geändert würde, könnte man maximal 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung mit 5G abdecken, sagte Sunrise-Technikchef Elmar Grasser am Rande der Veranstaltung. (APA, 27.6. 2018)

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      foto: apa
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