STANDARD-Redakteure und ihre Interrail-Erlebnisse

    Ansichtssache28. Oktober 2018, 06:00
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    Ein Fußfetischist rettet die Jause, eine alte Französin verfolgt einen Problemzug: Vier STANDARD-Redakteure berichten über ihre Interrail-Erlebnisse.

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    foto: getty images/dem10

    Wo ein Fußfetischist die Abendjause rettet

    Die Matura ist geschafft, im Herbst geht’s an die Uni und für ein Vorhaben ist das Geld angespart. "Führerschein oder Interrail?" ist die zentrale Frage des Sommers anno dazumal. Die Reise gewinnt – endlich mal "die Welt" kennenlernen!

    Begleitet von einer Schulkameradin und ausgestattet mit Tramperrucksack, Schlafsack, Zelt und Interrailticket fahre ich in den Süden. Quer durch Nord- und Mittelitalien, Südfrankreich, Spanien und Portugal. Das Reisebudget ist knapp, weswegen wir bevorzugt in den Nächten weiterreisen. In Florenz übernachten wir am Hauptbahnhof, in vollen Zügen schlafen wir schon einmal mit dem Schlafsack am Gangboden, und es kommt auch vor, dass wir während der Fahrt neben einer offenen Zugtür sitzen. Es geht uns gut, und wir genießen das Abenteuer.

    Das Geld geht uns glücklicherweise erst in Paris aus, unserer letzten Station. Ohne einen einzigen Franc und zu müde für die Metropole warten wir am Gare de l’Est mehrere Stunden auf die Heimfahrt, sehen mit Hitlergruß Vorbeimarschierende und einen mutmaßlichen Rucksackdieb – nur nicht einschlafen! Unsere Abendjause rettet ein Fotograf, der meine Mitreisende dafür bezahlt, ihre Füße für ein Magazin fotografieren zu dürfen. Manches habe ich vielleicht auch nur geträumt …

    Daniela Yeoh (geboren 1974) ist Datenjournalistin beim STANDARD und hat immer die hilfreichsten Antworten auf alle Computerfragen parat.

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