Japanische Raumsonde ist beim Ziel-Asteroiden angekommen

    27. Juni 2018, 10:37
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    Hayabusa 2 hat das erdnahe Objekt Ryugu erreicht und hält nach einem geeigneten Landeplatz für eine Direkt-Untersuchung Ausschau

    foto: reuters/jaxa-tokyo university
    Unser Bild vom Asteroiden wird klarer: Diese Aufnahme stammt vom 24. Juni.

    Tokio – Nach dreieinhalbjähriger Reise hat die japanische Raumsonde Hayabusa 2 ihr Ziel, den Asteroiden (162173) Ryugu, erreicht. Ryugu befindet sich nicht im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter, sondern zählt zu den erdnahen Objekten. Er umkreist die Sonne in etwa dem gleichen Abstand wie die Erde, allerdings auf einer etwas exzentrischeren Bahn. Erst 1999 entdeckt, schätzt man seinen Durchmesser auf knapp einen Kilometer.

    Die Mission

    Hayabusa 2 soll den Asteroiden nicht nur untersuchen, sondern auch den deutschen Asteroidenlander Mascot auf Ryugus Oberfläche absetzen. Der wird sich für einige Stunden springend über den Boden bewegen können und dabei weitere Messungen vornehmen. Unter anderem erhoffen sich Wissenschafter dadurch Erkenntnisse über das ursprüngliche Baumaterial unseres Sonnensystems.

    Außerdem sollen Bodenproben gewonnen werden: Dafür wird die Sonde Projektile auf den Asteroiden abfeuern und abgesprengtes Material einsammeln. Auf vergleichbare Weise war die japanische Weltraumbehörde JAXA im vergangenen Jahrzehnt bereits mit dem Asteroiden (25143) Itokawa verfahren. Die Vorgängersonde Hayabusa brachte erfolgreich Bodenproben zur Erde zurück. Die Rückkehr von Hayabusa 2 ist für 2020 geplant.

    Freude und Erleichterung in Tokio

    Vorerst steht die Sonde aber erst am Beginn der heißen Phase der Mission. Laut JAXA hat Hayabusa 2 nun eine Position in 20 Kilometern Entfernung zum Asteroiden erreicht, von der aus sie erste Messungen durchführen und nach einem geeigneten Landeplatz für Mascot Ausschau halten wird. "Wir waren alle sehr erleichtert", sagte Missionsleiter Makoto Yoshikawa. "Wir sind weit gekommen, aber ab nun geht es um den wirklichen Teil der Mission." (red, 27. 6. 2018)

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