Liederbuchaffäre: Schwärzungen liegen laut Gutachten länger zurück

    26. Juni 2018, 12:59
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    Laut "Kurier" damit keine Beweismittelfälschung – Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt prüft die Unterlagen noch

    Wiener Neustadt – In der Causa NS-Liederbuch der Burschenschaft Germania zu Wiener Neustadt liege keine Beweismittelfälschung vor, berichtete der "Kurier" am Dienstag unter Hinweis auf das Ergebnis des Gutachtens des Bundeskriminalamts. Demnach sind die skandalösen Passagen lange vor Bekanntwerden der Affäre – mindestens aber 70 Tage vor dem 1. Februar – geschwärzt worden.

    Die Schwärzungen könnten aber auch schon vor Jahren vorgenommen worden sein, hieß es. Genauer habe sich der Zeitpunkt mit der chemischen Analyse nicht mehr datieren lassen. Damit steht laut der Zeitung fest, dass keine Verschleierungshandlungen gesetzt worden sind, um eine Strafverfolgung abzuwenden. Aus Sicht des Anwalts des Hauptverdächtigen sei bestätigt, dass kein strafrechtlicher Tatbestand vorliege.

    Staatsanwaltschaft prüft noch

    Die Unterlagen würden noch geprüft, sagte Staatsanwalt Erich Habitzl zur APA. Das Verfahren – ermittelt wurde gegen vier Verdächtige, die für das 1997 neu aufgelegte Liederbuch mit NS-verherrlichenden Inhalten verantwortlich zeichneten – sei noch nicht eingestellt worden.

    Die Causa war kurz vor der niederösterreichischen Landtagswahl im Jänner bekannt geworden. Bei einer Hausdurchsuchung bei der Germania waren Liederbücher mit teilweise geschwärzten Passagen sichergestellt worden. Gegen die Burschenschaft wurde Ende Jänner ein Auflösungsverfahren eingeleitet. Der FPÖ-Spitzenkandidat für die Wahl am 28. Jänner, Udo Landbauer, der vorübergehend stellvertretender Obmann der Burschenschaft war, legte Anfang Februar alle politischen Funktionen zurück. Er wird in dem Verfahren als Zeuge geführt. (APA, 26.6.2018)

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