Chinesische Polizei löst Demonstration von Armeeveteranen auf

    25. Juni 2018, 15:39
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    Ex-Soldaten protestierten tagelang in Zhenjiang

    Peking – In China hat die Polizei eine Demonstration von Armeeveteranen aufgelöst. Wie Augenzeugen am Montag sagten, schritten die Sicherheitskräfte am Sonntag nach tagelangen Protesten in der ostchinesischen Stadt Zhenjiang ein. Zahlreiche Polizisten und Behördenvertreter hätten die Demonstranten aufgefordert, nach Hause zu gehen. Mehrere Menschen seien festgenommen worden, ist Aufenthaltsort sei unklar.

    Die Veteranen hatten in Zhenjiang gegen den Umgang mit älteren Ex-Soldaten protestiert, die eine höhere Rente gefordert hatten und von Sicherheitskräften verprügelt worden sein sollen. Ex-Soldaten der Volksbefreiungsarmee, die in China als Helden verehrt werden, kämpfen seit Jahren für höhere Bezüge.

    "Sehr gut organisiert"

    Die Proteste in Zhenjiang wurden durch unbestätigte Berichte ausgelöst, denen zufolge Wachmänner vor einem städtischen Gebäude in Zhenjiang Veteranen verprügelten. Die Demonstranten seien "sehr gut organisiert" gewesen und hätten Zelte und Proviant dabei gehabt, sagte ein Lehrer aus Zhenjiang AFP. Bewohner der Stadt hätten sich ihnen angeschlossen und die Veteranen unterstützt.

    Auf einem Video, das der Zeuge aufgenommen hat, sind rund hundert Demonstranten vor einem Krankenhaus zu sehen, in dem mindestens einer der verprügelten Veteranen in Behandlung sein soll. Auf einem anderen Video sind protestierende Soldaten zu sehen, die Plakate mit der Aufschrift "Wir sind Kommunisten, keine Verbrecher" hochhalten.

    Im chinesischen Onlinedienst Weibo wurden Berichte über die Proteste offenbar zensiert. Bei Twitter, das in China eigentlich gesperrt ist, tauchten jedoch einige Videos auf.

    Mehrere Veteranen wollten sich auf Anfrage von AFP nicht zu den Protesten äußern. Ein Veteran sagte, er habe keinen Kontakt mehr zu Freunden, die in Zhenjiang demonstriert hätten. Er befürchtet nun, dass die Demonstration gewaltsam aufgelöst wurde. Andere Soldaten wurden demnach daran gehindert, nach Zhenjiang zu reisen. (APA, 25.6.2018)

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      foto: apa/afp
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