Umfrage: Rund die Hälfte der Österreicher würde für Job wegziehen

    25. Juni 2018, 11:15
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    Weltweit liegt Österreich auf Platz elf der Arbeitsdestinationen

    Ob Erasmussemester mit Nebenjob, Praktikum oder Arbeitsstelle im Ausland: Für einige Arbeitnehmer in Österreich sind Auslandserfahrungen selbstverständlich und gehören zum Karriereweg. Rund die Hälfte der Erwerbstätigen hierzulande sind bereit, eine Stelle im Ausland anzunehmen. Weltweit sind es 57 Prozent. Damit ist die Motivation, für den Job wegzuziehen, in den vergangenen vier Jahren (2014: 64 Prozent) gesunken, wie die aktuelle Umfrage "Decoding Global Talent" des Beratungsunternehmens Boston Consulting Group, der Jobbörse Step Stone und der Recruitingplattform The Network zeigt. Insgesamt wurden dabei 370.000 Arbeitnehmer in 197 Ländern befragt, davon 3.800 in Österreich.

    Die geringere Mobilitätsbereitschaft könnte laut den Studienautoren auch daran liegen, dass Arbeit durch Remote Work mittlerweile so mobil geworden ist, dass es nicht mehr für nötig erachtet wird, für einen Job ins Ausland zu gehen – oder die Welt an sich weniger mobil wird. Am höchsten ist die Bereitschaft bei den unter 30-Jährigen (67 Prozent) und Arbeitskräften mit digitaler Expertise (67 Prozent), bei Männern ist sie höher als bei Frauen (61 gegenüber 53 Prozent). Und weniger als die Hälfte der Arbeitnehmer mit niedriger Ausbildung und solche in handwerklichen Berufen sind bereit, für einen Job Österreich zu verlassen.

    Die Zielländer der Österreicher

    Der wichtigste Grund, ins Ausland zu gehen, ist die Chance, neue persönliche und berufliche Erfahrungen zu sammeln. Den Österreichern ist wichtig, dass sie im Job ein gutes Verhältnis zu ihren Kollegen haben, interessante Jobinhalte vorfinden sowie Wertschätzung für ihre Arbeit erfahren und eine gute Work-Life-Balance haben. Die beiden letzteren Anforderungen sind den Österreichern wichtiger als Arbeitnehmern in anderen Ländern. Dafür sind den befragten Arbeitnehmern Bezahlung und Jobsicherheit weniger wichtig.

    Jene, die für einen Job aus Österreich wegziehen würden, gehen am liebsten nach Deutschland, in die Schweiz, Großbritannien, die USA und Australien. Weltweit gehen die Arbeitnehmer am liebsten in die USA. Auf Platz zwei der beliebtesten Zielländer liegt Deutschland, gefolgt von Kanada und Australien. Ebenfalls unter den Top Ten finden sich Spanien, Großbritannien, die Schweiz, Frankreich, Italien und Japan. Auf Platz elf folgt Österreich.

    Österreich beliebt in Süd- und Osteuropa

    Für Arbeitskräfte aus süd- und osteuropäischen Staaten ist Österreich Wunschziel Nummer eins. Neben Arbeitskräften aus dem Medizin- und Rechtsbereich sowie dem Gesundheitswesen sehen Arbeitnehmer aus den Branchen Produktion, Verkauf und Logistik Österreich als möglichen Arbeitsort. Und besonders bei hochqualifizierten Arbeitskräften und Personen mit Doktoratsabschluss kann Österreich punkten, letztere ranken Österreich auf Platz acht.

    Auch Wien gilt als beliebte Arbeitsdestination und wurde von den Befragten insgesamt auf Platz 13 der Welt gerankt. Frauen bewerten die Bundeshauptstadt mit Platz 11 etwas besser als Männer (Platz 14). Weltweit liegt London auf dem ersten Platz, gefolgt von New York und Berlin. Auch Barcelona, Amsterdam, Dubai und Los Angeles sowie Paris, Sydney und Tokio gehören zu den Top-Ten-Städten. (set, 25.6.2018)

    • Jene Arbeitnehmer, die für einen Job aus Österreich wegziehen würden, gehen am liebsten nach Deutschland, in die Schweiz, Großbritannien, die USA und Australien. Das hat eine Umfrage des Personaldienstleisters BCG ergeben.
      foto: istock

      Jene Arbeitnehmer, die für einen Job aus Österreich wegziehen würden, gehen am liebsten nach Deutschland, in die Schweiz, Großbritannien, die USA und Australien. Das hat eine Umfrage des Personaldienstleisters BCG ergeben.

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