Homophobe Kampagne gegen "Billy Elliot"-Musical in Ungarn

22. Juni 2018, 13:51
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Die Staatsoper sagt mehrere Vorstellungen ab, weil die Ticketverkäufe nach homophoben Medienberichten zurückgingen

Budapest – Nach einer homophoben Kampagne in der regierungsnahen Tageszeitung "Magyar Idők" hat die ungarische Staatsoper 15 Vorstellungen des Musicals "Billy Elliot" abgesagt. Das Bühnenstück von Elton John und Lee Hall handelt vom schwierigen Schicksal eines Buben aus armen Verhältnissen in Großbritannien vor dem Hintergrund eines Bergarbeiterstreiks. Homosexualität spielt dabei eine Rolle.

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Der Film des britischen Regisseurs Stephen Daldry wurde mit 50 Filmpreisen und der gleichen Anzahl an Nominierungen gewürdigt und auch als Musical adaptiert.

Ein Sprecher des Opernhauses sagte der Deutschen Presse-Agentur am Freitag, dass das Musical nicht ganz abgesetzt wurde, sondern dass nur 15 Vorstellungen abgesagt worden seien – von insgesamt 44, die im Juni und Juli geplant waren. Grund sei das zurückgegangene Interesse der Zuschauer, das man auf die Kampagne zurückführe. Das Musical, das 2016 in Budapest Premiere hatte, bleibe auf dem Spielplan, auch in der kommenden Herbstsaison.

"Magyar Idők" hatte geschrieben, dass das Stück Jugendliche zur Homosexualität verführe. Operndirektor Szilveszter Ókovács, der eigentlich als Anhänger der rechtsnationalen Regierung gilt, rechtfertigte daraufhin die Darbietung mit dem Argument, man habe die homosexuellen Aspekte in der Inszenierung in den Hintergrund gerückt. Das brachte Ókovács in der Oppositionspresse den Vorwurf ein, er habe einen Rückzieher gemacht. (APA, dpa, 22.6.2018)

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