In ostchinesischer Stadt regnete es Meerestiere vom Himmel

19. Juni 2018, 16:50
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Schwerer Sturm bescherte den Einwohnern von Qingdao ein kurioses Phänomen

Peking – In der vergangenen Woche wurden Bewohner der ostchinesischen Küstenstadt Qingdao Zeugen eines kuriosen Naturschauspiels: Während eines massiven Regengusses fielen plötzlich neben golfballgroßen Hagelkörnern auch kleine Meerestiere vom Himmel. Zahlreiche Beiträge in Sozialen Medien zeigten fallende und auf Windschutzscheiben klebende Seesterne, Schrimps, Schnecken und sogar einen Kraken. Während sich letzterer als offensichtlicher Fake erwies, dürften das Ereignis als solches tatsächlich stattgefunden haben – nur bei der Herkunft der Tiere scheiden sich noch die Geister.

Das Phänomen ist nicht neu: Immer wieder berichteten Menschen in der Vergangenheit von herabregnenden Fröschen, Würmern oder Fischen. Über die genaue Ursache existieren bisher allerdings nur Theorien. Der vermutlich plausibelste lautet, dass die Meerestiere von tornadoartigen Wasserhosen eingesaugt und über Land wieder abgeladen wurden. Der Wirbel im Zentrum ist dabei kräftig genug, nicht nur Wasser sondern auch gleich dessen Bewohner aufzunehmen.

Noch nie beobachtet

Obwohl diese These in Fachkreisen als durchaus nachvollziehbar gilt, konnte der entsprechende Vorgang bisher noch nie direkt beobachtet werden. Einige Wissenschafter vermuten sogar, dass es gar keinen Wirbelsturm braucht, um Tiere in die Atmosphäre zu schleudern. Aufwinde mit der entsprechenden Stärke hätten demnach einen ähnlichen Effekt.

Bei dem Unwetter, das Qingdao den seltenen Meerefrüchteregen beschert hatte, wurden Windspitzen von 125 Kilometer pro Stunde gemessen. Damit erreichte der Sturm nach der Beaufortskala bereits Hurrikan-Niveau. Ob die Tiere dabei tatsächlich direkt aus dem Ozean gesaugt wurden, bleibt allerdings fraglich. Möglicherweise – so eine andere Theorie – stammen sie von einem Fischmarkt, den der Sturm auseinander genommen hatte. (red, 19.6.2018)

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