Comeback von Google+: Die neue Heimat der Rechtsradikalen

    19. Juni 2018, 16:21
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    Bericht spricht von Wechselbewegung nach Verschärfungen bei Twitter und Facebook – Google: "Müssen mehr tun"

    Dass im Zuge der Diskussion über "Fake News" hauptsächlich über Facebook und Twitter gesprochen wurde, ist kein Wunder. Zählen diese beiden Plattformen (Twitter vor allem im US-amerikanischen Raum) doch zu den populärsten ihrer Art.

    Kaum in den Medien hingegen ist Google+. Einst mit großen Ambitionen gestartet ist das soziale Netzwerk des Suchriesen weitestgehend eine Geisterstadt geworden. Nur noch einzelne Interessensgruppen – etwa Google-Angestellte, Ingress-Spieler oder "Techies" – sind dort noch einigermaßen aktiv. Im Zuge strengerer Regeldurchsetzung bei den "Großen" gesellt sich nun eine weitere Gruppe hinzu, berichtet The Hill: Rechtsradikale.

    "Dutzende Extremistengruppen"

    Der "Crackdown" von Facebook und Twitter gegen Falschnachrichten und Hassrede treibt die Nutzer zu alternativen Plattformen. Einschlägige Alternativen wie etwa "Gab" scheinen aber kaum vom Fleck zu kommen. Dafür finden sie sich nun gehäuft auf Google+ ein.

    Berichtet wird von "dutzenden Extremistengruppen", die offen rassistische, antisemtische und homophobe Nachrichten dort verbreiten. So werden etwa Bilder geteilt, die eine schwarze Frau zeigen, die ein Schild mit der Aufschrift "They can't kill us all #BlackLivesMatter" zeigt. Darunter: Ein Foto eines Ku-Klux-Klan-Mitglieds im weißen Zeremoniegewand, einem Gewehr und der Aufschrift: "Challenge accepted."

    Propaganda und Vernetzung

    Der Independent bestätigte die Funde. Wenngleich die Reichweite im Vergleich zu Facebook gering ist, kommt einer der Rechtsradikalen bereits auf über 600 Follower. Wichtig dürfte Google+ aber nicht nur als Propagandaplattform sein, sondern auch als Werkzeug zur internen Vernetzung und Organisation.

    Bei Google gesteht man prinzipiell ein, dass es ein Problem gibt. Man habe "klare Regeln gegen gewalttätige Inhalte und Inhalte bekannter Terrororganisationen" und setze "zügige Maßnahmen" gegen diese. Jedoch gäbe es noch "mehr zu tun" und man "sei entschlossen, es hinzukriegen." (red, 18.06.2018

    • Ein Mitglied des Ku-Klux-Klans auf einer Demonstration in Charlottesville im vergangenen Jahr.
      foto: afp

      Ein Mitglied des Ku-Klux-Klans auf einer Demonstration in Charlottesville im vergangenen Jahr.

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