Leukämie: Car-T-Zellen aus China

    18. Juni 2018, 08:38
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    Am Hämatologen-Kongress in Stockholm stellen chinesische Wissenschaftler eine neue CAR-T-Zellen-Therapie für B-Zell-Leukämien vor

    Chinesische Wissenschafter um Jing Pan (Beijing Boren Hospital) haben am Jahreskongress des Europäischen Hämatologen-Verbandes (EHA).eine neue CAR-T-Zelltherapie vorgestellt. Dabei werden zum Beispiel Patienten mit B-Zell-Leukämien bestimmte Immunzellen (T-Zellen) entnommen, die dann im Labor mit einem zusätzlichen Rezeptor (chimärer Rezeptor) für B-Zellen ausgestattet und vermehrt werden. Diese Zellen erhält der Kranke wieder per Infusion zurück. Sie sollen die bösartigen Blutzellen unschädlich machen. Bisher wurden vor allem CAR-T-Zelltherapien mit zusätzlichem CD19-Rezeptor verwendet. Doch nicht alle Betroffenen, vor allem Kinder, sprachen darauf an.

    Die chinesischen Wissenschafter haben deshalb CAR-T-Zellen mit dem CD22-Rezeptor entwickelt und bei Kindern mit akuter lymphoblastischer B-Zell-Leukämie verwendet, die auf die erste Behandlung (CAR-T-Zellen mit CD19) nicht oder nicht ausreichend angesprochen hatten. Bei 80 Prozent der Behandelten konnte mit der zweiten Therapieform doch noch ein komplettes Verschwinden der Erkrankung erzielt werden. Bei fast 92 Prozent derjenigen, die auf die Behandlung angesprochen hatten, zeigte sich nach durchschnittlich rund drei Monaten ein Überleben ohne Krankheitszeichen.

    Andere Angriffspunkte

    Bereits mit hoher Priorität im Zulassungsverfahren durch die Arzneimittelbehörden in den USA (FDA) und in der EU (EMA) befindet sich Polatuzumab Vedotin, ein Konstrukt aus einem monoklonalen Antikörper, der auf das CD79b-Oberflächenmerkmal der bösartigen Zellen beim diffus großzelligen B-Zell-Lymphom abzielt, und einem Zytostatikum, das in die Leukämiezellen eingeschleust wird. In Kombination mit einer Chemotherapie mit Bendamustin und einem weiteren monoklonalen Antikörper (Rituximab) konnte damit eine Remissionsrate von 40 Prozent statt einer von 15 Prozent mit Bendamustin und Rituximab allein erhielt werden. Die Lebenserwartung der Patienten verdoppelte sich von durchschnittlich 4,7 auf 11,8 Monate.

    Gegen die seltene Waldenström-Erkrankung, bei welcher die Behandlungsmöglichkeiten bisher sehr begrenzt waren, könnte in Zukunft mit dem Bruton-Tyrosinkinase-Hemmstoff Ibrutinib plus dem monoklonalen Antikörper Rituximab ebenfalls eine bessere Therapie zur Verfügung stehen. 30 Monate nach Start der Kombinationsbehandlung waren in einer Studie noch 82 Prozent der Patienten am Leben, mit Rituximab allein nur noch 28 Prozent. (APA, 18.6.2018)

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