Belgien gegen Panama vor Pflichtsieg

17. Juni 2018, 12:48
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Eden Hazard: "Ziel ist Finale" – Coach Martinez möchte Siegergen in "goldene Generation" pflanzen – Panama will "keine Lachnummer sein"

Sotschi – Die Ambitionen sind groß, der erste Gegner klein. Belgien startet am Montag (17.00 Uhr MESZ/live ORF eins) gegen Neuling Panama in die Fußball-WM, endlich soll die "goldene Generation" liefern. Alles andere als ein Sieg zum Auftakt von Gruppe G käme einer großen Enttäuschung gleich. "Wir haben nur ein Ziel: ins Finale zu kommen", betonte Chelseas Offensivmann Eden Hazard.

Belgiens Truppe ist so viel wert wie kaum eine andere Mannschaft bei der Fußball-WM, muss beim größten Turnier der Welt aber auch endlich wie ein Gewinner auftreten. Trainer Roberto Martinez will die "Mentalitätsmonster" in seinen Kickern wecken. "Wir haben das Talent, klar, aber ein Team wie Deutschland hat immer den Glauben", sagte Martinez vor dem Duell mit Panama. Zwar haben die Belgier seit über 650 Tagen kein Spiel verloren und sind unter dem früheren Premier-League-Coach Martinez eines der spielstärksten Teams der Welt, jedoch sind sie den Beweis von herausstechender Klasse in den entscheidenden Momenten noch schuldig geblieben.

"Aus im Viertelfinale wäre eine Enttäuschung"

"Wir wollen ein großartiges Turnier spielen. Ein erneutes Aus im Viertelfinale wäre eine Enttäuschung", sagte Mittelfeldspieler Axel Witsel, der beim WM-Vierten von 1986 eine zentrale Rolle einnehmen soll. Das 0:1 gegen Argentinien im WM-Viertelfinale 2014 war für die junge Mannschaft zu verkraften. Das 1:3 gegen Wales bei der EM vor zwei Jahren hingegen beschäftigt die Belgier noch immer. "Das war schlecht", befindet Witsel. Es war vor allem ein Beweis, dass auch eine Ansammlung von Stars in einem K.o.-Spiel wenig hilft, wenn sich die Abwehr von mittelklassigen Stürmern wie dem Waliser Hal Robson-Kanu vorführen lässt.

Martinez hat als Nachfolger von Marc Wilmots einiges geändert. Der Spanier verlor in zwei Jahren nur ein Spiel und trieb seine Visionen konsequent voran. Er löste den Offensivkonflikt, indem er Hazard auf den Flügel und Kevin de Bruyne als zentrale Figur in die Mitte stellte. AS-Roma-Star Radja Nainggolan hat er gnadenlos gestrichen. Für mehr Stabilität lässt der ehemalige Everton-Trainer mit einer Dreierkette spielen. Dort hat er allerdings aktuell ein Problem. Vincent Kompany ist zumindest fraglich, Thomas Vermaelen muss fix passen. Ersatzmann Laurent Ciman stand daher bis am (heutigen) Sonntag, 17.00 Uhr, für eine Nachnominierung bereit.

Zwei Pflichtaufgaben

Die Gruppenphase wird jedenfalls nur sehr begrenzt darüber Auskunft geben, ob aus den Schönspielern schon ein Titelteam geworden ist. Panama und Tunesien sind Pflichtaufgaben, gegen England dürfte es nur noch um den Gruppensieg gehen.

Es hätte eine gewisse Ironie, würde gerade der krasse Außenseiter Panama dem ehrgeizigen Titelprojekt der Belgier einen Dämpfer verpassen. Schließlich sind mit Blas Perez (37 Jahre), Torhüter Jaime Penedo (36), Felipe Baloy (37) und Luis Tejada (36) mehrere Schlüsselspieler über 35 Jahre alt. In den jüngsten fünf Tests erzielten die "Canaleros" insgesamt nur einen Treffer, gingen gegen die Schweiz mit 0:6 unter.

Beim ersten Auftritt auf der großen WM-Bühne will der kolumbianische Teamchef Hernan Dario Gomez vom Weltranglisten-55. daher vor allem drei Dinge sehen: "Ordnung", "Konzentration" und "Effizienz", forderte er zum Auftakt. "Wir wollen nicht die Lachnummer des Turniers sein." (APA, 17.6.2018)

Technische Daten und mögliche Aufstellungen zur Fußball-WM in Russland am Montag:

Gruppe G, 1. Runde: Belgien – Panama (Sotschi, Fischt-Stadion, 17.00 Uhr MESZ/live ORF eins, SR Sikazwe/ZAM)

Belgien: 1 Courtois – 2 Alderweireld, 4 Kompany/20 Boyata, 5 Vertonghen – 15 Meunier, 7 De Bruyne, 6 Witsel, 11 Carrasco – 14 Mertens, 10 E. Hazard – 9 Lukaku

Ersatz: 12 Mignolet, 13 Casteels – 3 Vermaelen, 23 Dedoncker, 8 Fellaini, 16 T. Hazard, 17 Tielemans, 19 Dembele, 22 Chadli, 18 Januzaj, 21 Batshuayi

Fraglich: 4 Kompany (Leiste)

Teamchef: Roberto Martinez (ESP)

Panama: 1 Penedo – 2 Murillo, 5 R. Torres, 4 Escobar, 15 Davis – 20 Godoy, 6 Gomez – 21 J. Rodriguez, 11 Cooper, 8 Barcenas – 7 Perez

Ersatz: 12 Calderon, 22 A. Rodriguez – 3 Cummings, 13 Machado, 17 Ovalle, 23 Baloy, 14 Pimentel, 19 Avila, 9 G. Torres, 10 Diaz, 16 Arroyo, 18 Tejada

Teamchef: Hernan Dario Gomez (COL)

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  • "Wir haben nur ein Ziel: ins Finale zu kommen", betont Chelseas Offensivmann Eden Hazard.
    foto: apa/afp/emmanuel dunand

    "Wir haben nur ein Ziel: ins Finale zu kommen", betont Chelseas Offensivmann Eden Hazard.

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