Kika/Leiner-Rettung durch Benko: Wer nicht wagt ...

Kommentar15. Juni 2018, 16:14
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Die Übernahme von Kika/Leiner durch die Signa-Gruppe ist die weit bessere Alternative

René Benko hat es wieder allen gezeigt. Mit einem Schlag erweitert er sein Immobilienimperium um 70 Standorte und steigt erstmals in Österreich in den Einzelhandel ein, in dem seine Signa-Gruppe bereits mit dem Kauf der deutschen Karstadt-Warenhäuser reüssierte. Mitarbeiter und Kunden sind froh, dass Jobs und Anzahlungen nicht gefährdet sind, und selbst die Regierung freut sich über die Kika/Leiner-Transaktion, zu der sie nach eigenen Angaben einen "Beitrag" geleistet hat.

Der lässt sich zwar vorerst nicht festmachen, das ist aber auch völlig nebensächlich. Hauptsache ist ohnehin, dass die Möbelhandelskette nicht fahrlässig XXXLutz nachgeschmissen wurde. Äußerungen aus der Wettbewerbsbehörde, wonach die Übernahme der Nummer zwei durch die Nummer eins genehmigungsfähig sei, sorgten für Unverständnis. Ein Marktanteil von 70 Prozent hätte die Voraussetzungen gebracht, Lieferanten wie Kunden ordentlich unter Druck zu setzen.

Da ist Benko die weit bessere Alternative. Nun wird Signa beweisen müssen, dass die Handelskompetenz wirklich so hoch ist, wie das Karstadt-Experiment glauben macht. Wobei die Formulierung "müssen" eine leichte Übertreibung darstellt. Benko dürfte auch bei alternativer Verwertung der Standorte einen guten Schnitt machen. Das ist keineswegs kritisch gemeint. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Und wer nicht wagt, schafft auch keine Jobs. (Andreas Schnauder, 15.6.2018)

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